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Kaktus24 - Blumen für jeden Anlass - Neueste Einträge in lexikon
  Aktualisiert Tue, 09 Feb 2010 11:52:18 +0200
Beschreibung Neueste Einträge von der Site Kaktus24 - Blumen für jeden Anlass
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Kategorie Entries
Generator Lexikon 1.17 RC2
Sprache de
Rundblättriges Hasenohr
Veröffentlicht:
Beschreibung: Das Rundblättrige Hasenohr (Bupleurum rotundifolium), auch als Acker-Hasenohr oder Durchwachsenes Hasenohr bezeichnet, ist ein in Mitteleuropa sehr selten vorkommender Doldenblütler.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Hasenohren
Art: Rundblättriges Hasenohr

Wissenschaftlicher Name
Bupleurum rotundifolium
L.


Erscheinungsbild

Die einjährige krautige Pflanze wird etwa 15 bis 50 cm hoch. Der Stängel ist kräftig, am Grund bis 3 mm stark und im oberen Teil ästig verzweigt. Die Blätter sind von eiförmiger Gestalt. Die unteren sind am Grund etwas verschmälert und gestielt oder sitzend, die mittleren und oberen sind durchwachsen. Die Dolden sind meist 5 bis 7-strahlig und besitzen keine Hülle. Die in der Regel 5 bis 6 Hüllchenblätter sind rundlich-eiförmig gestaltet, gelbgrün und spitz. Sie sind zwei bis dreimal so lang wie das Döldchen. Die Krone ist goldgelb. Die Frucht ist schwarz, etwa 3 bis 4 mm lang, elliptisch geformt und besitzt wenig hervortretende Rippen.

Blühende Pflanzen haben eine frappante, wenn auch bloß sehr oberflächliche Habitusähnlichkeit mit manchen Wolfsmilch-Arten. Die Art blüht von vorwiegend in den Monaten Juni bis August.


Standortansprüche und Verbreitung

Bupleurum rotundifolium wächst in Ackerunkrautgesellschaften. Es bevorzugt trockene, nährstoff- und kalkreiche, lehmige oder tonige Böden.

Das Rundblättrige Hasenohr kommt in Mittel- und Südeuropa bis in den Kaukasus und Persien vor. Adventiv ist es auch in Nordamerika, Australien und Neuseeland zu finden. In Österreich und der Schweiz ist die Art selten und stark gefährdet, gebietsweise auch vom Aussterben bedroht.

Bupleurum rotundifolium ist in Deutschland im mittleren Gebiet sehr selten zu finden. Darüber hinaus ist es nur gelegentlich verschleppt vorkommend.

Die Art ist in Europa wohl erst mit dem Menschen eingewandert. Die ursprüngliche Heimat ist vermutlich Vorderasien.


Artenschutz

Gefährdung in Deutschland: Kategorie 1: vom Aussterben bedroht !


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Sebald, Seybold, Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3314-8
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
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Rosskümmel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Rosskümmel (Laser trilobum), auch Dreilappiger Rosskümmel, ist die einzige Art aus der Gattung Laser in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er blüht im Mai und Juni.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Rosskümmel
Art: Rosskümmel

Wissenschaftlicher Name der Gattung
Laser
Borkh. ex P. Gaertn., B. Mey et Scherb.
Wissenschaftlicher Name der Art
Laser trilobum
(L.) Borkh.


Merkmale

Die krautige Pflanze wird 60 bis 120 cm hoch. Der Stängel ist stielrund und gänzlich kahl. Die Blätter sind meist dreifach dreizählig gefiedert. Deren Abschnitte sind verkehrt-eiförmig bis rundlich und ungleich gekerbt bis gelappt.

Die Blüten stehen in Doppeldolden. Die Hüllblätter fehlen oder sind wenige. Die Hüllchen bestehen aus drei bis mehreren hinfälligen Blättchen. Die Blüten sind zwittrig oder männlich. Der Kelchsaum ist fünfzähnig. Die Kronblätter sind lang genagelt und verkehrt-eiförmig. Der obere Teil ist eingeschlagen. Die Farbe ist reinweiß oder rötlich. Der Fruchtknoten ist kahl.

Die Früchte sind zusammengedrückt und besitzen eine breite Fugenfläche. Sie sind eiförmig oder länglich. Die Teilfrüchte haben je fünf Haupt- und vier Nebenrippen. Das Griffelpolster ist gewölbt und hat einen gekerbten Rand. Die Ölstriemen sind groß und stehen einzeln unter den Nebenrippen. An der Fugenfläche gibt es vier Ölstriemen. Die Fruchthalter sind frei und tief zweiteilig.


Verbreitung und Standort

Der Rosskümmel ist ein gemäßigt-kontinental-ost-submediterranes Florenelement. Er kommt von Westfrankreich über Deutschland, Österreich, Jugoslawien, Bulgarien, Rumänien, Mittelrussland bis Vorderasien vor.

In Deutschland ist die Pflanze sehr selten anzutreffen; Vorkommen befinden sich in Niedersachsen, im Oberwesertal, in Hessen sowie im Maingebiet. Ein größeres Vorkommen findet sich am Pagenrücken zwischen Lütgenade und Warbsen (Kreis Holzminden, Weserbergland).

Laser trilobum wächst auf mehr oder weniger trockenen, kalkreichen beziehungsweise lehmigen Böden. Er bevorzugt Waldsaumgesellschaften.


Artenschutz

Die Art ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
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Riesenfenchel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Riesenfenchel (Ferula communis), auch Gemeines Steckenkraut oder Gemeines Rutenkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Im alten Rom wurde er als Narthex bzw. Silphion-Pflanze bezeichnet.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Steckenkräuter (Ferula)
Art: Riesenfenchel

Wissenschaftlicher Name
Ferula communis
L.


Beschreibung

Habitus

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 1 und 3 Metern. Am dicken, gefurchten Stängel befinden sich reich verzweigte doldige Teilblütenstände. Der recht dünnwandige Stängel ist großteils mit einem leichten Mark gefüllt, das einige der wenigen Nutzungsmöglichkeiten der Pflanze darstellte (siehe Geschichte & Mythologie).


Blätter

Ähnlich zu anderen Doldenblütlern sind die Laubblätter fein zerteilt und dünn. Die weichen Blätter sind drei- bis vierfach gefiedert und mit bis zu 5 cm langen falschen linealischen Abschnitten. Die unteren Blätter sind lang gestielt und werden 30 bis 60 cm groß. Die oberen Blätter besitzen auffällig große Blattscheiden, bei den obersten ist die Blattspreite völlig reduziert.


Blütestand und Blüte

Die Blütenstände des Riesenfenchels bestehen aus vielen doldigen Teilblütenständen, ähnlich zu anderen Doldenblütlern wie zum Beispiel Sellerie oder Möhre. Die zusammengesetzten Dolden bestehen aus kurz gestielten, Früchte tragenden Enddolden die 20- bis 40-strahlig sind und von unfruchtbaren Seitendolden umgeben sind. Die Kronblätter sind gelb und 8 mm lang, eine Hülle ist fehlend und die Hüllchenblätter fallen früh ab.

Blütezeit ist von April bis Juni.


Verbreitung

Diese Pflanzenart ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. Sie bevorzugt kalkhaltige Böden.


Wert für Tiere

Der Riesenfenchel dient verschiedenen Schmetterlingsraupen als Futterpflanze, unter anderem dem Korsischen Schwalbenschwanz (Papilio hospiton Gunée).


Geschichte

Der Sage nach soll Prometheus den trockenen Stängel eines Riesenfenchels verwendet haben, um aus Hephaistos' Schmiede das Feuer zu stehlen, um dieses den Menschen als göttliche Gabe darzubringen. Das leicht entzündliche Mark des Stängels schwelt langsam und verbrennt, ohne die Rinde des Stängels völlig zu zerstören. Das Mark kam als Zunder zum Einsatz und gemäß der mythologischen Vorlage zum "Transport" von Feuer über relativ große Strecken.

Außerdem ist die Pflanze auch dem Gott des Weines Dionysos geweiht. Der leichte und doch stabile Stängel wurde mit einem Pinienzapfen gekrönt um als Stütze dienen zu können, an der man sich aber nicht verletzen konnte (daher der abschließende Zapfen). Wer dann dem Wein zu stark zugesprochen hatte, konnte sich ohne Verletzungsgefahr auf solche thyrsoi genannten Stäbe stützen.

Der Stängel wurde nicht nur als Stütze, sondern auch als Spazierstock und zur Züchtigung von Sklaven (in Wasser eingeweicht, schmerzhaft) und Kindern (trocken, laut aber wenig schmerzvoll) verwendet. Daher rührt der namentliche Zusammenhang von dem lateinischen Verb ferire (schlagen) und der lateinischen Bezeichnung der Pflanze Ferula.


Literatur

Seidel Dankwart: Blumen am Mittelmeer, München 2002, ISBN 3-405-16294-7
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Preußisches Laserkraut
Veröffentlicht:
Beschreibung: Das Preußische Laserkraut (Laserpitium prutenicum) besitzt einen charakteristisch kantig gefurchten Stängel, der zudem steife Haare aufweist. Seine 2- bis 3-fach gefiederten Blätter haben lanzettliche Zipfel, die am Rand bewimpert sind. Die lanzettlichen Hüllchenbläter sind breit hautrandig und ebenfalls zottig gewimpert. Die gelblichweißen Einzelblüten sind 10- bis 20-strahligen Döldchen vereinigt. Laserpitium prutenicum ist deutschlandweit stark gefährdet und wird auf der Roten Liste geführt. In einigen westlichen Bundesländern ist er bereits verschollen. Die Pflanze besiedelt wechselfeuchte Wiesen und Gebüsche und ist z.T. auch in lichten Eichenwäldern zu finden. Er kann als Kennart des Verbandes Molinion caeruleae angesehen werden und besitzt auch ein Vorkommen in der Assoziation Potentillo-Quercetum petraeae.


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Laserkräuter (Laserpitium)
Art: Preußisches Laserkraut

Wissenschaftlicher Name
Laserpitium prutenicum
L.


Literatur

Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Kritischer Band. ISBN 3-8274-1496-2
Franz Fukarek, Heinz Henker, Christian Berg: Flora von Mecklenburg-Vorpommern (Farn- und Blütenpflanzen), Weissdorn-Verlag Jena, Januar 2006 (1. Auflage) ISBN 3-936055-07-6
Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2000. ISBN 3800133644
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Petersilie
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Petersilie (Petroselinum crispum), in Österreich auch der Petersil, ist eine zweijährige Gewürzpflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und kommt wildwachsend im Mittelmeergebiet und auf den Kanaren vor. Sie trägt im Volksmund Namen wie Bittersilche, Grönte, Kräutel, Peterle und Peterling. Namen wie Stehsalat, Geilwurz und Bockskraut weisen auch auf die potenzfördernde Wirkung hin, die man der Petersilie nachsagte.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Petersilie (Petroselinum)
Art: Petersilie

Wissenschaftlicher Name
Petroselinum crispum
(Mill.) Nym. & A.W.Hill


Inhaltsstoffe

Petersilie enthält ätherisches Öl mit dem giftigen Apiol, ein Glykosid, Vitamin C, Vitamin A sowie Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Eisen.

Die Petersilienwurzeln enthalten etwa 0,2 %, die Früchte 2 bis 6 % ätherisches Öl mit Apiol und Myristicin als Hauptbestandteil.


Verwendung in der Küche

Als Gewürz finden ihre Blätter frisch gezupft, frisch gemahlen oder tiefgefroren bei einer Vielzahl von Gerichten Verwendung. Die Stängel haben ebenso viel Aroma wie die Blätter. In der Küche wird zwischen der glatten Petersilie und der Krauspetersilie (P. c. ssp. crispum) unterschieden. Die Krauspetersilie ist im mitteleuropäischen Raum weit verbreitet, während die glatte Petersilie eher im südeuropäischen Raum Verwendung findet. Die glattblättrige Art welkt schneller als die krausblättrige, gilt aber als etwas wohlschmeckender bzw. ist ihr Aroma intensiver. Außerdem gibt es die Wurzelpetersilie (P. c. ssp. tuberosum), die vor allem ihrer Wurzel wegen angebaut wird. In vielen Ländern des vorderen Orients (z.B. Zypern, Libanon) wird die Petersilie nicht nur als Gewürz, sondern auch als Salat gegessen, meist zusammen mit Tomaten und Bulgur.

Die Petersilienwurzel wird häufig zum Würzen von Suppen und Gemüseeintöpfen verwendet (Bestandteil des Suppengrün), sie kann aber auch ähnlich wie Karotten als Wurzelgemüse zubereitet werden. Glattblättrige Petersilie wird häufig als preiswertere Alternative zu Basilikum in Pesto verwendet.


Verwendung in der Heilkunde

Petersilie findet Verwendung in der Pflanzenheilkunde aufgrund der harntreibenden Wirkung, die schon Dioskurides beschreibt. Frisch zerquetschte Petersilie legte man früher auf Mückenstiche und Geschwüre. Petersilie steht unter dem Ruf, potenzfördernd zu sein, und sie wurde früher auch als gefährliches Abtreibungsmittel verwendet, was gelegentlich zum Tod der Frau führte.

Das Kauen frischer Petersilienblätter ist ein altes Hausmittel gegen Mundgeruch (z.B. nach Genuss von Zwiebeln oder Knoblauch).


Symbolik

Petersilie galt den Griechen als Symbol der Freude und Festlichkeit, daher trug man Petersilienkränze zu Gastmählern. Erfolgreiche Sportler wurden nicht mit Lorbeer bekränzt; ihnen drückte man Siegerkränze aus Petersilie aufs Haupt. In der Blumensprache bedeutet die Petersilie: „Ich möchte dir gern etwas Liebes tun“


Aberglaube und Verwendung im Sprachgebrauch

Wie jeder Gärtner weiß, keimt Petersilie nur sehr schwerfällig. Das liegt daran, dass der Legende nach das Peterlein vor der Keimung zunächst nach Rom pilgern muss, um sich beim Hl. Petrus die Erlaubnis zum Aufgehen zu holen. Und es dauert dann sieben Wochen, bis es wieder zurück ist.

Wer einen Petersilienstrauß pflückt oder Petersilie verpflanzt und dabei den Namen einer verhassten Person murmelt, soll damit diese Person schwer erkranken lassen und ins Grab bringen.

Wer jeden Tag Petersiliensamen isst, soll gemäß regionalen Aberglaubens damit für Fruchtbarkeit und Zeugungskraft sorgen.

Nicht einfach ist die Aussaat von Petersilie: Während man in Baden-Württemberg glaubt, dass die Petersilie nur dann gedeiht, wenn man beim Säen lacht, sollte man sie in Unterfranken im Zorn säen.

In Anspielung auf die potenzfördernde und abortive Wirkung der Petersilie nannte man im Mittelalter Straßen, in denen sich Bordelle befanden, auch Peterlesgässchen. Die Redewendung Petersilie bringt den Mann aufs Pferd und die Frau unter die Erd weist ebenfalls auf diese unterschiedliche Wirkungsweisen hin.

Petersilien-Hochzeit:

Nach 12,5 Jahren werden die Eheleute daran erinnert, dass ihre Ehe dauernde Aufmerksamkeit erfordert. An diesem Tag übernehmen in manchen Gegenden die Freunde des Paars die Verantwortung fürs leibliche Wohl, frische Kräuter wie Petersilie stehen für den frischen Wind, der der Verbindung wohltut.

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Pastinaken
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Pastinaken (Pastinaca) bilden eine Gattung in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) mit 14 Arten in Europa und im westlichen Asien.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Pastinaken

Wissenschaftlicher Name
Pastinaca
L.


Echte Pastinake (Pastinaca sativa)

In Mitteleuropa heimisch ist nur die formenreiche Echte Pastinake (Pastinaca sativa), auch Hammelmöhre, Hirschmöhre, Moorwurzel oder Welsche Petersilie genannt. Sie gedeiht wild auf Wiesen, an Trockenhängen und auf Feldrainen. Eine nahe Verwandte ist die Petersilie.


Beschreibung

Die zweijährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimetern und hat einen kantig gefurchten Stängel. Sie bildet eine Rübe als Speicherorgan nach dem ersten Jahr aus. Die Rübe ist von weißlich-gelber Farbe; bei der Wildform ist sie dünn und hart, bei den Kulturvarietäten bis zu 6 Zentimeter dick, 20 Zentimeter lang, kegelförmig und bis zu 1,5 Kilogramm schwer. Ihre Blätter sind ein- oder mehrfach unpaarig gefiedert mit bis zu elf auch mehrlappigen Einzelblättern mit gesägtem Rand. Ihre gelben Blüten stehen in 5- bis 20-strahligen Dolden. Der intensive, angenehme Geruch der ganzen Pflanze ist süßlich, etwas dem wilden Fenchel (foeniculum vulg.) ähnlich.


Ökologie

Der Pastinak ist eine Halbrosettenpflanze mit fleischiger Rübe, im Bau ähnlich der Möhre (Daucus). Es handelt sich um eine formenreiche Art.

Die Blüten sind „nektarführende Scheibenblumen vom Heracleum-Typ“. Sie werden von Insekten aller Art besucht. Die Früchte sind Doppelachänen, die in schmal geflügelte Teilfrüchte zerfallen. Die Pflanze ist ein Wind- und Tierstreuer, auch Zufallsausbreitung durch Huftiere und Menschenausbreitung ist möglich.


Standorte

Die Wilde Pastinake findet man verbreitet in Wiesen, vor allem in Wegnähe, an Böschungen, in lückigen Unkrautfluren, im Eisenbahngelände, in Steinbrüchen oder im Getreide. Sie liebt basen- und oft kalkreichen und stickstoffhaltigen Boden. Nach Ellenberg ist sie eine Lichtpflanze und eine Ordnungscharakterart wärmebedürftiger und Trockenheit ertragender, zweijähriger bis ausdauernder Ruderalfluren (Onopordetalia acanthii).


Verwendung

Die auch von Haarwild und Schafen begehrten Pastinaken sind schon seit langem Bestandteil der menschlichen Ernährung. Im Römischen Reich gehörten sie zu den beliebtesten Wurzelgemüsen. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts hinein waren Pastinaken auch in Deutschland und in Österreich eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, wurden aber von Kartoffeln und Karotten weitgehend verdrängt. In Großbritannien, Irland, den USA, Frankreich, den Niederlanden, Skandinavien, Ungarn dagegen sind sie bis heute als Gemüse und Würzpflanze beliebt. Besonders durch die ökologische Landwirtschaft wurde die Pastinake auch in Deutschland und in Österreich wieder bekannter, ist aber weiterhin eher selten erhältlich.

Der Geschmack der vorwiegend im Winter geernteten Wurzeln ist süßlich-würzig, an Karotten und Sellerie erinnernd, ähnlich dem der Petersilienwurzel, nur milder. Sie lassen sich backen oder kochen und zu Cremesuppen und Pürees verarbeiten. Pürierte Pastinake wird als Baby-Gemüsebrei in Gläschen verkauft.

Zu den Klassikern der englischen Küche gehört Pastinakenpüree, Mashed parsnips, das ebenso wie Kartoffelpüree zubereitet wird, jedoch wesentlich aromatischer ist. Es begleitet traditionell gebratenes oder gegrilltes Fleisch.

Ihres hohen Stärkegehalts wegen wurden Pastinaken früher auch zur Herstellung von Bier und Pastinakenwein genutzt. Aus ihrem Saft lässt sich ein dickflüssiger Sirup kochen, der als Brotaufstrich und Süßmittel diente.

Die Blätter der Pastinake können, ähnlich wie Petersilie, als Würzkraut verwendet werden.

Verwechselungsgefahr mit: Gefleckter Schierling (Conium maculatum)


Inhaltsstoffe, Giftigkeit

Die ganze Pflanze enthält Bergapten, Xanthotoxin, Imperatorin. Die Früchte enthalten ätherisches Öl und Calciumoxalat. Beim Umgang mit Pflanzenteilen können auf der Haut phototoxische Reaktionen auftreten.

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Möhren-Haftdolde
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Möhren-Haftdolde (Caucalis platycarpos), auch Acker-Haftdolde genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie blüht von Juni bis Juli.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Haftdolde
Art: Möhren-Haftdolde

Wissenschaftlicher Name
Caucalis platycarpos
L.


Erscheinungsbild

Die einjährige krautige Pflanze wird bis zu 40 cm hoch (Therophyt). Der Stängel ist sparrig verzweigt, mehr oder weniger graugrün gefärbt und zerstreut behaart bis kahl. Oft ist nur die Blattspindel locker borstig behaart. Die Blätter sind zwei- bis dreifach fiedrig eingeschnitten und besitzen schmale Fiederabschnitte. Die Dolden sind drei- bis fünfstrahlig und besitzen keine oder nur wenige Hüllblätter. Die Döldchen sind mit zahlreichen Hüllblättern ausgestattet und tragen drei kurzgestielte Zwitterblüten und drei langgestielte männliche Blüten. Die Blüten selbst sind weiß. Die Früchte sind länglich, etwa 6 bis 13 mm lang und besitzen lange, an der Spitze hakig gekrümmte Stacheln.


Standortansprüche und Verbreitung

Caucalis platycarpos wächst einzeln oder in lockeren Beständen an lichtreichen, mäßig trockenen, kalkreichen, oft skelettreichen, basischen Stellen. Sie kommt an Ackerrändern und in den Ackerecken vor, meist bevorzugt sie niederwüchsige bis offene Stellen. Gelegentlich findet man sie auch auf Schutthaufen.

Die Möhren-Haftdolde kommt vom Mittelmeergebiet bis Mitteleuropa vor. Weiter verbreitet nach Vorderasien bis Persien. Die ursprüngliche Heimat dürfte das östliche Mittelmeergebiet sein.

Caucalis platycarpos kommt zerstreut und selten im mittleren und südlichen Teil Deutschlands vor.

Heute findet man die Pflanze überall nur noch in kleinen Populationen und meist am Ackerrand. Ursache des Rückgangs ist die intensive Düngung der Äcker (und damit verbunden das Fehlen offener Stellen). Auch dürfte der Einsatz von Herbiziden der Pflanze stark zu schaffen machen.


Artenschutz

Gefährdung in Deutschland: Kategorie 3+: gefährdet !

Diese Art sollte wegen ihrer Gefährdung und Seltenheit nicht gesammelt werden!


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Sebald, Seybold, Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3314-8
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
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Möhren
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Möhren (Daucus) sind eine Gattung der Doldenblütler (Apiaceae) mit etwa 25 Arten. In Mitteleuropa heimisch ist nur die Möhre mit den zwei Unterarten: Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota) und Zuchtform, die Karotte, auch Garten- oder Kulturmöhre.


Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Gattung: Möhren

Wissenschaftlicher Name
Daucus
L.


Merkmale

Die Möhren sind einjährige oder ausdauernde Kräuter, die häufig flaumig oder borstig behaart sind. Die Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert. Die Endabschnitte sind stets schmal.


Blüten und Blütenstand

Die Blüten stehen in zusammengesetzten Dolden, die endständig oder scheinbar blattgegenständig stehen. Hülle und Hüllchen sind drei- bis vielblättrig. Die Hüllblätter, teilweise auch die Hüllchenblätter sind fiederspaltig. Die Doldenstrahlen neigen sich zur Fruchtreife vogelnestartig zusammen.

Die Blüten sind polygam. Die Kelchzähne sind klein und unscheinbar. Die Kronblätter sind reinweiß, rötlich oder gelblich. Oben sind sie ausgerandet und haben ein spitzes, eingeschlagenes Läppchen. Die Kronblätter sind auch oft ungleich groß und das äußerste der Randblüten ist oft strahlend.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Dipteren, Coleopteren, Hymenopteren).


Frucht und Samen

Die Frucht ist eiförmig bis ellipsoidisch, auch zylindrisch oder zusammengedrückt. Die Hauptrippen sind faden- oder wulstförmig vortretend, sowie borstig behaart. Die Nebenrippen bilden eine Stachelreihe, die beiden seitlichen Nebenrippen bilden den Rand der Teilfrucht. Die Stacheln sind an der Spitze mit Widerhaken besetzt. Diese können an den Früchten der Döldchenmitten zu Warzen verkümmert sein. Ölstriemen gibt es je einen unter jeder Nebenrippe und zwei unter der Fugenfläche.


Verbreitung

Die Gattung ist in Nord-Afrika, Südwest-Asien und Europa heimisch. Sie wird weltweit in den temperierten Gebieten kultiviert und verwildert dort auch.


Literatur

Siegmund Seybold (Hg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
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Möhre
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Möhre (Daucus carota), auch Karotte genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Es werden mehrere Unterarten unterschieden.

Die Karotte (Daucus carota ssp. sativus), auch Gartenmöhre, Mohrrübe, Gelbe Rübe, Wurzel oder schweizerisch Rüebli genannt, ist eine Kulturform der Wilden Möhre (D. carota ssp. carota), die vermutlich mit der südeuropäischen Riesenmöhre (D. carota ssp. maximus) und evtl. der orientalischen Schwarzmöhre (D. carota ssp. afghanicus) gekreuzt wurde.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Gattung: Möhren (Daucus)
Art: Möhre

Wissenschaftlicher Name
Daucus carota
L.


Unterarten

Karotte (D. carota subsp. sativus)
Wilde Möhre (D. carota subsp. carota)
Riesenmöhre (D. carota ssp. maximus)
Schwarzmöhre (D. carota ssp. afghanicus)

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Mitsuba
Veröffentlicht:
Beschreibung: Mitsuba (Cryptotaenia japonica) ist ein japanisches Küchenkraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Gattung: Cryptotaenia
Art: Mitsuba

Wissenschaftlicher Name
Cryptotaenia japonica
Hassk.


Beschreibung

Es handelt sich um mehr oder weniger kahle, mehrjährige krautige Pflanzen, die Wuchshöhen zwischen 20 cm und 100 cm erreichen. Die lang gestielten Laubblätter sind dreiteilig, wobei die Blättchen rhombisch bis breit oval sind. der Blattrand ist doppelt gesägt.

Die winzigen weißen Blüten stehen in lockeren Doppeldolden. Die Döldchen, also die Dolden zweiter Ordnung, sind wenigblütig. Zudem haben die Blüten sehr ungleich lange Stiele, wodurch der streng geometrische Aufbau des Blütenstandes, wie er bei den meisten anderen Doldenblütler leicht zu erkennen ist, etwas verwischt wird. Hüllblätter fehlen oder es ist nur eines vorhanden. Unter jeder Teildolde gibt es ein bis drei Hüllchenblätter. Die Blütezeit ist im Frühsommer.

Die Ausbildung der Blätter und Blütenstände ist allerdings sehr variabel.


Verbreitung und Standortansprüche

Die Art kommt wild in Japan, Korea und China vor. Sie wächst dort an feuchten, schattigen Stellen in Wäldern oder in Gräben, vor allem in Bergregionen.

In Japan wird diese Pflanzenart aber weit verbreitet kultiviert.


Systematik

Die Abgrenzung der etwa fünf Arten in der Gattung ist sehr schwierig. Cryptotaenia japonica wurde deshalb früher auch als Unterart Cryptotaenia canadensis ssp. japonica einer nordamerikanischen Art aufgefasst.


Verwendung

In Japan werden frische Mitsuba-Blätter samt Stielen verwendet, um z. B. Suppen, aber auch andere verschiedene Gerichte zu würzen. Man kann Mitsuba in Sushi-Rollen einrollen oder mit Gemüse ausbacken (Tempura). In keinem Fall werden die Blätter und Stiele lange gekocht.

Die in Japan weit verbreiteten Mitsuba-Blätter sind in Deutschland noch nicht erhältlich, aber seit 2000 gibt es Bestrebungen, den deutschen Gemüsebauern verschiedene in Deutschland gedeihende japanische Gemüsesorten schmackhaft zu machen. Zu diesen gehört auch Mitsuba. Im Gartenfachhandel sind Samen zur Aufzucht erhältlich.

Mitsuba wird in Ostasien auch als Heilpflanze verwendet.


Literatur

Hayashi Yasaka: Nihon-no Yasou. Yama to Keikoku Sha, Tokyo 1983, ISBN 4-635-09016-7
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Meisterwurz
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Meisterwurz (Peucedanum ostruthium) (Syn.: Imperatoria ostruthium) ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Dieser Doldenblütler wird in den südeuropäischen Alpen, auch in Österreich, in der Schweiz, hin und wieder auch in Deutschland in gebirgigen Gegenden gefunden. Die fleischige, geringelte Wurzel ist außen aschgrau, innen weiß und ausdauernd, treibt einen 60 bis 90 cm hohen, ästigen Stängel und hat eirunde, spitze, am Rande eingekerbte oder dreilappige Blätter und große, weiße, ganz platte Blumenschirme, die im Juli an den Stängeln und Astspitzen zum Vorschein kommen.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Haarstrang (Peucedanum)
Art: Meisterwurz

Wissenschaftlicher Name
Peucedanum ostruthium
(L.) Koch


Medizinische Nutzung

Die große Pflanze, vor allem aber die Wurzel strömt einen starken, gewürzhaften Geruch aus und hat einen heißen, den ganzen Mund ausfüllenden, langanhaltenden Geschmack. Im Winter und Frühling ist sie am kräftigsten, deshalb wird sie um diese Zeit auch zu medizinischen Zwecken gesammelt.


Anwendungsgebiete

Man bedient sich volksmedizinisch der Wurzel bei Lähmungen der Zunge, bei Mutterkrämpfen, hartnäckigen Fiebern. Die Wurzel ist auch als schleimlösendes und zerteilendes Mittel bei Engbrüstigkeit usw. geschätzt, sie wirkt außerdem harntreibend und magenstärkend.


Zubereitung

In Wein gesotten wirkt Meisterwurz ausgezeichnet bei Magenvergiftungen und gilt als Gegenmittel gegen Gift. Bei Blutvergiftungen mischt man das Pulver mit Wasser zu einem Brei und macht Aufschläge. Am wirksamsten sind die wurzelsprossenartigen Wurzelköpfe. Die Wurzel wird wie die Engelswurzel zubereitet und gebraucht.


Sonstige Nutzung

Die Pflanze liefert auch ein ätherisches Öl, welches man zum Branntweinbrennen und zum Schwarzfärben der Seide benutzt.


Literatur

Dr. Ferdinad Müller Das große illustrierte Kräuterbuch F. Ebnersche Verlagsbuchhandlung Ulm/Donau 1937
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Meerfenchel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Meerfenchel (Crithmum maritimum), deutsch auch: Bazillenkraut genannt, ist eine Küstenpflanze, die Wind und Gischt ausgesetzte Felsen liebt. Sie war schon in der Antike bekannt.


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Gattung: Crithmum
Art: Meerfenchel

Wissenschaftlicher Name
Crithmum maritimum
L.


Vorkommen

Meerfenchel wächst vorwiegend in Küstennähe des Schwarzen Meers, des Mittelmeers, der Kanarischen Inseln, der europäischen Atlantikküsten, aber auch der britischen Kanalküste (dort heißt er Samphire oder Rock Samphire - daher hat Samphire Hoe in der Nähe von Dover seinen Namen).

Der Strandfenchel wächst auf den Balearen-Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera, Cabrera und Dragonera. Das gelbblühende Gewächs aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) ähnelt wildem Fenchel, daher kommt der Name Meerfenchel. Das Kraut hat ein- bis zweifach gefiederte, blaugrüne, fleischige, sukkulente Blätter, die bis zu sieben Zentimeter lang werden können und im Sommer erntereif sind.


Geschichte

Scharen von Frauen gingen schon im 15. und 16. Jahrhundert mit Körben an den felsigen Stränden des Mittelmeers entlang und zupften dieses Kraut ab. Anschließend wurden die Blätter durch Einlegen für viele Monate haltbar gemacht, damit sie auf den Schiffen im Proviant der Seeleute mitgeführt werden konnten. Aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts und der vorbeugenden Wirkung gegen Skorbut war sie ein Bestandteil jedes Seesackes und bereiste die Weiten der Weltmeere.

Die erste Angaben findet man in französischen Arzneibüchern von 1837.

Seitdem findet sich Meerfenchelpulver im Angebot von Bioläden, Reformhäusern und Kräuterständen der Wochenmärkte. Bedauerlich, denn als Pulver schmeckt das sonst so herzhafte Kraut nach nichts.


Verarbeitung und Anwendung

Was auf den ersten Blick wie unscheinbares Gras aussieht und in Mallorqui Fonoll mari genannt wird, ist noch immer eine aromatische Beilage zur mallorquinischen Küche.

Nach dem Abpflücken werden sie gewaschen und einen Monat in mildem Weinessig vinagre eingelegt, bis die schwach würzig schmeckenden Blätter vielen Gerichten erst den letzten Pfiff geben. Mariniert schmeckt der Meerfenchel zu typischen Reisgerichten wie dem arròs brut oder zu pa amb oli (Brot mit Olivenöl und Tomaten). Aber auch als eingelegtes Sauergemüse ist fonoll mari sehr beliebt und macht den berühmten mallorquinischen Kapern Konkurrenz.


Literatur

LLORENS et al.: Catàleg de la Flora de Balears (Katalog Flora der Balearen-Inseln). 1997 (Ausgabe nur in katalanischer Sprache)
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Mannstreu
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Mannstreu (Eryngium) sind mit rund 230 Arten die artenreichste Gattung der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Der Gattungsname Mannstreu soll von der Verwendung des Feld-Mannstreu (E. campestre) als Aphrodisiakum und Liebeszauberwurzel herrühren.


Systematik
Abteilung: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterabteilung: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Saniculoideae
Gattung: Mannstreu

Wissenschaftlicher Name
Eryngium
L.


Beschreibung

Insgesamt handelt es sich meistens um distelähnliche Pflanzen mit harten, dornigen Blättern. Obwohl es sich teilweise um einjährige krautige Pflanzen handelt, erreichen einige Arten Wuchshöhen von mehreren Metern, die meisten Arten allerdings nur 50 bis 100 cm.

Einige Arten wachsen sparrig verzweigt in einer insgesamt rundlichen Form, lösen sich bei Fruchtreife als ganzes vom Boden und lassen sich als Steppenläufer von Wind über den Boden rollen. Dabei werden dann die Samen weit verstreut.

Es handelt sich um eine sehr formenreiche Gattung, weshalb man nur wenige allgemeingültige Merkmale angeben kann.

Die Stiele der Einzelblüten sind ziemlich kurz, so dass die einfachen Dolden zu köpfchenförmigen oder walzlichen Blütenständen zusammengezogen sind. Diese sind am Grund von einer Hülle aus meist stacheligen, harten Hüllblättern umgeben. Bei vielen Arten sind diese Hüllblätter bläulich überlaufen. Die Blüten selbst sind meist weißlich oder bläulich. Einige Arten, deren Blütenfarbe strahlend amethystblau ist, sind als Zierpflanzen in Kultur.


Vorkommen

Die Gattung kommt in allen gemäßigten und warmen Gebieten der Erde vor. Die größte Artenvielfalt wird in Mexiko, Süd-Brasilien und Argentinien erreicht.


Arten

Alpen-Mannstreu (E. alpinum)
Stranddistel (E. maritimum)
Feld-Mannstreu (E. campestre)
Flachblättriger Mannstreu (E. planum)
Langer Koriander (E. foetidum)


Literatur

Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland Gefäßpflanzen: Grundband. 18. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag, 2002, ISBN 3827413591 Seite n343f
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Liebstöckel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Liebstöckel (Levisticum officinale), auch Maggikraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae, veraltet Umbelliferae). Sie ist der einzige Vertreter der Gattung Levisticum.

Die Bezeichnung Maggikraut entstand aufgrund der Geschmacksähnlichkeit der Maggi-Würze mit Liebstöckel. Maggi-Würze enthält jedoch kein Liebstöckel.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Levisticum
Art: Liebstöckel

Wissenschaftlicher Name
Levisticum officinale
W.D.J.Koch


Herkunft und Verbreitung

Liebstöckel stammt wahrscheinlich aus dem nahen oder mittleren Osten, eventuell aus Persien. Von dort kam es über das Mittelmeergebiet ins restliche Europa. Wild findet es sich nur in warmen Gebieten. Da es aber in Gemüse- und Kräutergärten angebaut wurde und wird, kann es auch in kälteren Regionen Europas stellenweise verwildert auftreten.


Beschreibung

Liebstöckel ist eine winterharte, mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von über 2 Metern erreichen kann. Der Blütenstand ist eine Dolde, die gelblichen bis hellgrünen Einzelblüten sind unscheinbar.


Verwendung

Liebstöckel enthält unter anderem Alkylphthalide. Die frischen Blätter des Liebstöckel finden Verwendung in der Küche. Der Geschmack erinnert an den von Sellerie, ist aber schärfer und bitterer.

Die Wurzel und die Samen sind gleichfalls aromatisch, werden allerdings eher in der Pflanzenheilkunde verwendet. Dort dient Liebstöckel vor allem zur Regelung der Verdauung, früher galt es auch als ein Mittel zur Geburtshilfe und als Aphrodisiakum.

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Laserkräuter
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Laserkräuter (Laserpitium) sind eine Gattung in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Laserkräuter

Wissenschaftlicher Name
Laserpitium
L.


Merkmale

Es sind krautige Pflanzen. Bei Laserkraut-Arten handelt es sich in vieler Hinsicht um typische Vertreter der Familie: Die Blütenstände sind breite Doppeldolden in denen weiße oder gelblich-weiße Blüten angeordnet sind. Sowohl Hüllblätter als auch Hüllchenblätter sind normalerweise zahlreich und an allen Seiten vorhanden. Von der Form her sind sie schmal lanzettlich oder schmal dreieckig.

Die Früchte tragen vier Rückenflügel, von denen sich zwei nahe dem Rand befinden. Die Früchte sind im Querschnitt rundlich und nicht abgeflacht.

Die scheidigen Blätter der Laserkräuter sind meist zwei- bis dreifach gefiedert, wobei die Fiederblättchen von der Form her bei den einzelnen Arten recht unterschiedlich sein können, weswegen die Blätter kein gutes Merkmal zur Abgrenzung zu anderen Gattungen hergeben.


Vorkommen

Die Laserkräuter ziehen in der Regel kalkhaltige Böden vor. Sie kommen in ganz Europa vor.


Arten

Preußisches Laserkraut (L. prutenicum L.)
Breitblättriges Laserkraut (L. latifolium L.)
Berg-Laserkraut (L. siler L.)
Gaudins Laserkraut (L. gaudinii Moretti)
Haarstrang-Laserkraut (L. peucedanoides)
Rauhhaar-Laserkraut (L. halleri Crantz)
Französisches Laserkraut (L. gallicum L.)
Glänzendes Laserkraut (L. nitidum Zanted.)
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Langer Koriander
Veröffentlicht:
Beschreibung: Langer Koriander (auch Mexikanischer Koriander, Eryngium foetidum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae). Den Namen verdankt sie einem intensiven Geruch nach Koriander. Die Blätter werden als Heilkraut und Gewürz verwendet.


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Gattung: Mannstreu (Eryngium)
Art: Langer Koriander

Wissenschaftlicher Name
Eryngium foetidum
L.


Herkunft

Der lange Koriander ist in Mittelamerika heimisch, wo er meist culantro heißt. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südmexiko bis Bolivien und umfasst auch die karibischen Inseln. Heute wird er auch in den asiatischen Tropen, vor allem der südostasiatischen Halbinsel, angebaut.


Beschreibung

Langer Koriander ist ein mehrjähriges Kraut mit verzweigtem Pfahlwurzel-System. Die dunkelgrünen, kahlen, 5 bis 20 cm langen Blätter erscheinen in einer Rosette; sie haben eine verkehrt-eiförmige bis spatelförmige Gestalt und einen ausgeprägt gezähnten Blattrand (daher der englische Name sawtooth coriander Sägezahn-Koriander). Die Blüten sind zu einem kopfigen Blütenstand zusammengefasst, der aus einer reduzierten Einfachdolde hervorgegangen ist. Durch steife Hochblätter unterhalb der Blütenköpfe erhält die Pflanze ein distelartiges Aussehen.


Geruch und Inhaltsstoffe

Alle Pflanzenteile, besonders die Blätter, verströmen einen intensiven Geruch, der an Korianderblätter erinnert. Die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe sind, ähnlich wie beim Koriander, langkettige Aldehyde, vor allem 2-E-Dodecenal und Dodecanal. Weiters wurden aromatische Aldehyde wie 2,3,6-Trimethylbenzaldehyd gefunden.


Verwendung

In der Volksmedizin der Herkunftsländer wird langer Koriander vielfältig verwendet: Man benutzt ihn vor allem gegen Verdauungsbeschwerden, als schweißtreibendes und harntreibendes Mittel und als Stimulans.

In der Küche kann langer Koriander wie Koriander verwendet werden. Mit den frischen Blättern würzt man karibische Salate und Saucen (salsas) und garniert Speisen vor dem Anrichten. Langer Koriander sollte immer roh und frisch verwendet werden, da sowohl beim Trocknen als auch beim längeren Kochen große Geschmackseinbußen auftreten.

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Langblättriges Hasenohr
Veröffentlicht:
Beschreibung: Das Langblättrige Hasenohr (Bupleurum longifolium), auch als Wald-Hasenohr bezeichnet, ist ein in Mitteleuropa zerstreut bis selten vorkommender Doldenblütler. Er blüht von Juli bis Oktober.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Hasenohren (Bupleurum)
Art: Langblättriges Hasenohr

Wissenschaftlicher Name
Bupleurum longifolium
L.


Erscheinungsbild

Die mehrjährige krautige Pflanze wird etwa 30 bis 100 cm hoch. Oft stirbt sie nach der ersten Samenreife ab. Der Stängel ist im oberen Teil ästig verzweigt. Die Laubblätter sind netzadrig und besitzen einen Mittelnerv. Gegen den Rand zu zeigen sich bogenförmig verlaufende, sich netzig auflösende Seitennerven. Die unteren Blätter sind in einen scheidenförmigen Blattstiel verschmälert. Die mittleren und oberen sind sitzend und mit einem tief-herzförmigen Grund stängelumfassend. Die Dolden sind meist 5 bis 8-strahlig und besitzen lang gestielte, locker stehende Döldchen mit 3 bis 5 Hüllblättern. Die 5 bis 8 Hüllchenblätter sind so lang oder länger als das Döldchen. Deren Hochblätter sind kürzer als die Fruchtstiele und die Früchte. Die Kronblätter sind goldgelb gefärbt. Die Frucht ist fast schwarz, etwa 3 bis 4 mm lang und besitzt wenig hervortretende Rippen.


Standortansprüche und Verbreitung

Bupleurum longifolium wächst in Laubmischwaldgesellschaften und Gebüschen. Es bevorzugt mehr oder weniger frische, nährstoffreiche, meist kalkhaltige, tonige oder lehmige Böden.

Das Langblättrige Hasenohr wächst in Europa und Asien. Es ist zum Teil in besonderen Unterarten vertreten. In Mitteleuropa kommt nur die Bupleurum longifolium subsp. falcatum vor. So dringt es von Südengland bis nach Südeuropa und die Karpaten vor. In Österreich und der Schweiz kommt es zerstreut bis selten vor und ist gebietsweise gefährdet.

Bupleurum longifolium kommt in Deutschland in der Mitte und im Süden zerstreut bis selten vor. Sehr selten ist es auch in den Allgäuer- und Berchtesgadener Alpen zu finden. Dort steigt es bis auf 1800 m NN.


Verwandte Arten

Eine verwandte Art ist das Sichelblättrige Hasenohr.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Sebald, Seybold, Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3314-8
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
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Kümmelblättrige Silge
Veröffentlicht:
Beschreibung: Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Silge
Art: Kümmelblättrige Silge

Wissenschaftlicher Name
Selinum carvifolia
L.


Erscheinungsbild

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 30 bis 100 cm, ist schlank, wenig verzweigt, entfernt beblättert und ein Hemikryptophyt. Der Stängel ist scharfkantig gefurcht. Die unteren Blätter sind 3-fach gefiedert, die Abschnitte letzter Ordnung sind tief fiederspaltig eingeschnitten, deren Zipfel länglich bis lineal geformt, ca. 1 mm breit und stachelspitzig. Die Dolden sind 15- bis 20-strahlig und wirken gedrungen bzw. sind etwas gewölbt. Die Hülle fehlt oder ist 1- bis 3-blättrig vorhanden. Die lineal-pfriemlichen Hüllchenblätter sind zahlreich vorhanden. Die Kronblätter sind weiß bis rosafarben. Die Frucht ist rundlich-elliptisch, zusammengedrückt, etwa 3 mm hoch und zuletzt 10-flügelig.


Verbreitung

Standortansprüche

Selinum carvifolia wächst in Feuchtwiesen, Auengebüschen und lichten Waldgesellschaften. Sie bevorzugt wechselfeuchte, meist kalkarme, tonige Böden.


Allgemeine Verbreitung

Die Kümmelblättrige Silge kommt in Nord- Mittel- und seltener in Südeuropa vor. Östlich dringt sie bis Sibirien vor. Auch ist sie nach Nordamerika verschleppt worden. Sie ist ein eurasisch-subozeanisches Florenelement. In Österreich kommt sie zerstreut bis selten vor und ist vielerorts gefährdet. In der Schweiz ist sie allgemein zerstreut zu finden.


Verbreitung in Deutschland

Selinum carvifolia kommt zerstreut im mittleren und südlichen Deutschland vor. Im Norden des Gebiets tritt sie selten auf.


Sonstiges

Zur Unterscheidung von der ähnlichen Gewöhnlichen Wiesensilge siehe dort.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
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Kälberkropf
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Gattung Kälberkropf (Chaerophyllum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Der botanische Name leitet sich aus dem Griechischen chairein = sich freuen, phyllon = Blatt ab.


Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Gattung: Kälberkropf

Wissenschaftlicher Name
Chaerophyllum
L. emend. Hoffm.


Beschreibung

Kälberkropf-Arten sind einjährige, mehrjährige oder ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie sind behaart. Ihre gestielten Laubblätter sind zwei- oder dreifach gefiedert.

Die Dolden sind zusammengesetzt, Hüllen fehlen oder sind wenigblättrig, die Hüllchen haben mehrere Blättchen. Die meist zwittrigen Blüten sind weiß bis blassrosafarben. Kelchzähne fehlen. Die Blütenhüllblätter sind zurückgekrümmt. Kälberkropf-Arten werden durch Insekten bestäubt (Entomophilie). Die Klettfrüchte sind schmal-oval bis länglich und nur schwach geschnäbelt.


Verbreitung

Kälberkropf-Arten finden sich in Europa, Nordamerika und Asien.


Systematik

Die Gattung enthält rund 40 Arten, darunter:

Chaerophyllum acuminatum
Chaerophyllum aquilegifolium
Gewürz-Kälberkropf auch Aromatischer Kälberkropf (Chaerophyllum aromaticum)
Gold-Kälberkropf auch Goldfrüchtiger Kälberkropf (Chaerophyllum aureum)
Azoreanischer Kälberkropf (Chaerophyllum azoricum)
Knolliger Kälberkropf auch Rüben-Kälberkropf, Knollenkerbel oder Erdkastanie (Chaerophyllum bulbosum)
Chaerophyllum capnoides (Syn.: Butinia capnoides Decne.)
Behaarter Kälberkropf auch Rauhaariger Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum)
Chaerophyllum prescottii
Chaerophyllum procumbens
Chaerophyllum reflexum
Chaerophyllum tainturieri
Taumel-Kälberkropf (Chaerophyllum temulum)
Chaerophyllum villosum
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Kümmel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Kümmel, botanisch Wiesen-Kümmel oder Gemeiner Kümmel (Carum carvi), ist eins der ältesten Gewürze in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Kümmelsamen hat man in Ausgrabungen von Pfahlbauten gefunden, die sich auf 3000 v. Chr. zurückdatieren lassen. Erste schriftliche Überlieferungen stammen aus der Zeit Karls des Großen.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Kümmel (Carum)
Art: Kümmel

Wissenschaftlicher Name
Carum carvi
L.


Inhaltsstoffe

Kümmel enthält ätherische Öle (Frucht: Carvon, Limonen, Myrcen, α-Phellandren, β-Cymol, β-Caryophyllen, cis- und trans-Carveol, cis- und trans-Dihydrocarvon, trans-Dihydrocarveol, α- und β-Pinen), Fettsäuren, Gerbstoffe. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze beträgt 224,6 mg pro 100 g Frischgewicht.


Kümmel in der Küche

Kümmel ist das klassische Gewürz zu schweren Speisen, Brot wie der Schwäbischen Seele und zu Pellkartoffeln, die dadurch schmackhafter werden. Deutsche und Österreicher sind die größten Kümmelverbraucher der Welt. Die Blätter des Kümmels haben einen milden Petersilien-Dill-Geschmack, der gut zu Suppen und Salaten passt. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Die Samen sind besonders in der jüdischen, nord- und osteuropäischen Küche beliebt und werden dort als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch, Kohl, Käse, geschmorte Äpfel und Schnaps verwendet. Der Kimmicher, ein Traditionsgebäck aus Reutlingen, ist ein Brötchen aus einem Teig mit viel Kümmel.

Ganzer Kümmel verliert bei sorgfältiger Lagerung über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren kaum an Aroma und Qualität.


Kümmel als Spirituose

Aus Kümmel wird Likör oder Schnaps hergestellt. Der in Deutschland bekannteste Kümmellikör, Gilka Kaiser Kümmel, ist nur leicht gesüßt und wird durch doppelte Destillation von Kümmelsamen hergestellt. Er ist innerhalb der Kümmelprodukte zwischen Aquavit und Allasch (einem ursprünglich in der Nähe von Riga/Lettland hergestellten, stark gesüßten Kümmellikör) einzureihen. Dieser Kümmellikör wird vor allem stark gekühlt als Digestif getrunken. In Norddeutschland trinkt man einen Kümmelschnaps, plattdeutsch Köm genannt. Verkauft wird er häufig unter dem Namen der Destille.


Kümmel in der Pflanzenheilkunde

Kümmel regt den Appetit an, unterstützt die Verdauung von fetten und blähenden Speisen, wirkt lösend bei Krämpfen und Koliken der Verdauungsorgane. Kümmelöl nimmt man tropfenweise auf Zucker bei Kopfschmerzen, Migräne, schlechter Verdauung und Blähungen.


Kümmel im Aberglauben

Kümmel war bereits in Ägypten eine nicht zu ersetzende Ritualpflanze bei der Beschwörung von Totengeistern.

Kümmel soll besser gedeihen, wenn man ihn unter Flüchen und Verwünschungen aussät (Ähnliches glaubten die Römer über das Aussäen von Kreuzkümmel).

Kümmel wurde Liebesgetränken beigemischt, da es Abschiede verhindern soll. Wer am Gründonnerstag Kümmelbrötchen esse, den beiße das ganze Jahr kein Floh.

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Kreuzkümmel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Kreuzkümmel (Cuminum cyminum), auch Mutterkümmel, weißer Kümmel, römischer Kümmel, welscher Kümmel, Kumin oder Cumin ist ein Gewürz, das aus getrockneten und gemahlenen Früchten eines asiatischen Doldenblütengewächses besteht. Die Bezeichnung „Kreuzkümmel“ leitet sich ab aus dem kreuzförmigen Blattstand der Pflanze und dem Kümmelsamen sehr ähnlichen Aussehen der getrockneten Früchte. Verwechselungen in beide Richtungen führen zu unangenehmen Überraschungen, da die beiden Gewürze sehr unterschiedlich schmecken.

Im Alten Ägypten und im Römischen Reich war er als Gewürz- und Heilpflanze beliebt. Überwiegend zu Heilzwecken wurde er in Europa bis ins Mittelalter kultiviert. Heutige Hauptanbaugebiete sind Indien, Iran, Indonesien, China und der südliche Mittelmeerraum.

Kreuzkümmel hat einen intensiven, unverwechselbaren Geschmack, der von dem ätherischen Öl Cuminal (p-Isopropyl-benzaldehyd) dominiert wird. Er ändert sich deutlich durch die Hitze beim Braten oder Kochen.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Cuminum
Art: Kreuzkümmel

Wissenschaftlicher Name
Cuminum cyminum
L.


Eine wichtige Rolle spielt er in den Küchen der Türkei, Griechenlands und des Nahen Ostens, Irans, Indiens, Brasiliens und in der chinesischen und mexikanischen Küche. In Bulgarien und der Türkei wird er als Gewürz für Grillfleischspezialitäten, oder Dauerwürsten wie z. B. Sucuk benutzt. In den Niederlanden und in Flandern ist Kreuzkümmelkäse eine bekannte Spezialität.

Ein typisches Gericht mit intensivem Kreuzkümmelaroma ist Falafel. Das indische Garam masala enthält immer Kreuzkümmel, häufig auch das daraus abgeleitete Currypulver. Auch handelsübliche Gewürzmischungen für Chili con Carne enthalten viel Kreuzkümmel. Der Kreuzkümmel wird besonders oft mit Koriander kombiniert.

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Koriander (Gattung)
Veröffentlicht:
Beschreibung: Koriander (Coriandrum) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) mit zwei Arten. Der Echte Koriander ist eine Gewürzpflanze.


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Koriander

Wissenschaftlicher Name
Coriandrum
L.


Merkmale

Die Koriander sind ein- bis zweijährige krautige Pflanzen. Sie sind kahl und riechen frisch nach Wanzen. Die unteren Blätter sind gelappt und haben breit eiförmige Endabschnitte. Die oberen Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert mit schmal-linealischen Endabschnitten.

Die Blüten stehen in zusammengesetzten Dolden. Die Randblüten sind vergrößert. Die Hülle fehlt oder ist einblättrig. Die Hüllchen sind mehrblättrig. Die Blüten sind teils zwittrig, teils männlich. Der fünfzähnige Kelch ist bleibend, die beiden nach außen weisenden Kelchblätter sind auffällig größer. Die Krone ist weiß oder rötlich. Die Kronblätter sind verkehrt-herzförmig. Das eingeschlagene Läppchen ist gestutzt oder ausgerandet. Der Fruchtknoten ist kahl.

Die Früchte sind kugelig und hart. Die Teilfrüchte hängen fest zusammen und sind nur schwer zu trennen. Außen sind sie glatt, Hauptrippen treten nur bei trockenen Früchten hervor. Die Ölstriemen sind zur Reifezeit verkümmert. Das Griffelpolster ist kegelförmig, der Griffel ist verlängert und zwei- bis dreimal so lang wie das Griffelpolstert.


Verbreitung

Coriandrum tordylium kommt nur in Vorderasien vor, im Libanon, Syrien und der Türkei. Die Heimat des Echten Koriander (C. sativum) liegt ebenfalls in Westasien. Als Kulturpflanze ist er mittlerweile weltweit zu finden.


Arten

Koriander (Coriandrum)
Echter Koriander (C. sativum)
Coriandrum tordylium


Literatur

Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
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Knolliger Kälberkropf
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Knollige Kälberkropf (Chaerophyllum bulbosum), auch Rüben-Kälberkropf, Knollenkerbel oder Erdkastanie genannt, ist ein in Mitteleuropa zerstreut vorkommender Doldenblütler. Er blüht von Juni bis August.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Kälberkropf (Chaerophyllum)
Art: Knolliger Kälberkropf

Wissenschaftlicher Name
Chaerophyllum bulbosum
L.


Erscheinungsbild

Es handelt sich um eine zweijährige krautige Pflanze mit knollig verdickter, fast kugeliger Hypokotyl-Knolle und 1 bis 2 m hohem, hohlem und stielrundem, glattem Stängel. Dieser ist am Grund borstig bis zottig behaart und rotgefleckt, oberseits kahl, meist bläulich bereift, rötlich überlaufen und unter den Knoten verdickt. Die Laubblätter sind zwei- bis vierfach fiederschnittig, unten gestielt und am Rand und auf den Nerven behaart. Die oberen sind sitzend und mit erheblich schmaleren Blattabschnitten als die unteren versehen. Die Blattabschnitte 1. Ordnung sind dreieckig-eiförmig und zugespitzt, die Zipfel letzter Ordnung schmal-lanzettlich bis linealisch, ganzrandig und mit feinen, weißen Spitzchen ausgestattet.

Die Dolden besitzen 15 bis 20 kahle, ungleich lange Strahlen. Die Hülle fehlt oder ist wenigblättrig vorhanden. Die Hüllchenblätter sind zu 5 bis 6, lineal-lanzettlich, weißhautrandig und zum Teil ungleich lang. Die Kronblätter sind weiß, rundlich verkehrt-eiförmig bis quer-elliptisch, etwa bis zur Hälfte eingeschnitten und am Grund zusammengezogen. Die Frucht ist lineal-länglich bis schmal-kegelförmig, 4 bis 6 mm lang, reif gelblich-dunkelbraun und gestreift.


Verbreitung

Standortansprüche

Chaerophyllum bulbosum wächst überwiegend an Flussufern und in Staudenfluren des Auenbereichs. Sie ist häufig aus Gärten verwildert und findet sich auch an feuchten, nitrophilen Säumen und Ruderalstandorten. Der Untergrund ist wasserzügig, häufig rieselnass und nährstoff- bzw. basenreich. Der Knollige Kälberkropf gilt als Charakterart einer eigenen Assoziation, des Chaerophylletum bulbosi.


Allgemeine Verbreitung

Der Knollige Kälberkropf kommt in Mittel- und Osteuropa, Balkan, Russland, Westsibirien und vereinzelt in Skandinavien vor. Die Art ist ein eurasisch-kontinentales Florenelement.


Verbreitung in Deutschland

Chaerophyllum bulbosum kommt in Deutschland zerstreut vor. Er ist insbesondere in den Stromtälern verbreitet, fehlt aber zum Beispiel in den Alpen und dem Alpenvorland.


Sonstiges

Die Art ist vermutlich in Deutschland ursprünglich nicht heimisch, ist aber fest eingebürgert. Sie wurde im Mittelalter durch Mönche eingeführt und seither angebaut. Die Knollen wurden als stärke- und eiweißhaltiges, aber relativ fettarmes Nahrungsmittel verwendet.

Die Samen des Knolligen Kälberkropfs keimen im nächsten Jahr und erst im darauffolgenden kommt es zur Blüte und Fruchtreife, nach der die Pflanze abstirbt.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
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Knollenkümmel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Knollenkümmel (Bunium), auch „Erdknolle“ genannt, ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Knollenkümmel

Wissenschaftlicher Name
Bunium
L.


Merkmale

Die Knollenkümmel sind ausdauernde, krautige Pflanzen. Der Erdstock ist als meist kugelförmige Knolle ausgebildet. Die unterirdischen Stängelteile sind hin- und hergebogen.

Die Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert. Die Fiedern sind schmal.

Die Blüten sind meist zwittrig. Sie stehen in zusammengesetzten Dolden. Die Hülle und die Hüllchen sind drei- bis mehrblättrig. Der Kelch ist undeutlich oder nicht fünfzähnig. Die Kronblätter sind reinweiß bis rötlich. Sie sind fein papillös, ihre Form ist verkehrt-herzförmig mit einem eingeschlagenen Läppchen. Der Fruchtknoten ist kahl.

Die Frucht ist länglich und seitlich zusammengedrückt, im Ganzen ähnlich dem Kümmel. Die Hauptrippen sind dick und vorstehend, oder fädlich. Unter den Tälchen gibt es ein bis drei Ölstriemen. Das Nährgewebe ist stumpf fünfeckig und an der Fugenfläche abgeflacht. Die Griffelpolster sind abrupt in den Griffel verschmälert. Der Fruchthalter ist ungeteilt oder bis zur Hälfte zweispaltig.

Der Keimling hat nur ein Keimblatt.


Nutzung

Die Knollen einiger Arten sind essbar und können roh oder gekocht als Gemüse verspeist werden. Die Blätter des Gewöhnlichen Knollenkümmels werden als Gewürz ähnlich wie Petersilie verwendet.


Systematik

Die Gattung wurde vom schwedischen Botaniker Carl von Linné aufgestellt. Synonyme sind Buniella Schischk., Diaphycarpus Calest. sowie Wallrothia Spreng.

Es werden etwa 45 bis 50 Arten in der Gattung unterschieden. Hier eine Artenauswahl:

Bunium alpinum Waldst. & Kit.: Ein Synonym ist Carum alpinum (Waldst. & Kit.) Benth. & Hook. ex B. D. Jacks..
Bunium bulbocastanum L. - Gewöhnlicher Knollenkümmel: Ein Synonym ist Carum bulbocastanum (L.) W. D. J. Koch
Bunium elegans (Fenzl) Freyn: Ein Synonym ist Carum elegans Fenzl
Bunium paucifolium DC.
Bunium persicum (Boiss.) B. Fedtsch.: Ein Synonym ist Carum persicum Boiss..


Literatur

Siegmund Seybold (Hg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
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Kleine Bibernelle
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga), auch Gemeine Bibernelle, Stein-Bibernelle, Steinbrechwurz, Steinpetersilie, Bockwurz, Pfefferkraut oder Bumbernell genannt, ist eine Art aus der Gattung der Bibernellen (Pimpinella).


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Bibernellen (Pimpinella)
Art: Kleine Bibernelle

Wissenschaftlicher Name
Pimpinella saxifraga
(L.), 1753


Morphologie

Die Kleine Bibernelle ist eine mehrjährige krautige Pflanzen und ein Hemikryptophyt, der Wuchshöhen zwischen 40 und 60 Zentimetern erreicht. Die grundständigen Laubblätter haben rundlich-einförmige stumpfe Fiederabschnitte, die am Rand grob gesägt sind. Obere Blätter haben ganzrandige Fiederabschnitte. Zum Teil sind die Blätter zweifach fiedrig eingeschnitten. Sie sind im Umriss länglich und kahl oder unterseits behaart.

Die Art blüht von Juni bis Oktober in großen, auffälligen vielstrahligen Doppeldolden. Die Blüten sind weiß, die Kronblätter sind etwa 1 mm lang. Nach dem Abfallen der Kronblätter wird der Griffel gut sichtbar, er ist bis zu 1 mm lang und kürzer als Frucht- und Griffelpolster zusammen. Die Früchte sind am Grund schwach herzförmig.


Verbreitung

Die Kleine Bibernelle findet sich in einzelnen Pflanzen an lichtreichen bis sonnigen, mäßig trockenen, nährstoffarmen, kalkhaltigen Stellen. Sie wächst gern auf Rohböden, in Trockenrasen und in Zwergstrauchheiden, gern in Gemeinschaft mit Flügelginster (Genista sagittalis). Die Art gilt als Magerzeiger.

Sie ist in Europa, Zentralasien, Kleinasien und am Kaukasus heimisch. In Europa reicht das Verbreitungsgebiet von Südeuropa bis Nordeuropa, vereinzelt bis zum 70° nördlicher Breite.

In Deutschland ist die Art vermutlich ein Archäophyt. Sie ist reichlich vorkommend, der Bestand durch Intensivierung der Bodennutzung aber sicher zurückgegangen. Dennoch ist die Art nicht bedroht.


Medizinischer Nutzen

Die Kleine Bibernelle hat medizinischen Nutzen, die Samen und Wurzeln des Krautes werden gesammelt. Vor allem die Wurzel enthält 0,4% Ätherisches Öl und verschiedene Cumarinderivate, darunter vor allem Pimpillin. Die Droge hat einen würzigen Geruch, einen würzigen Geschmack und einen scharfen, beißenden Nachgeschmack.

Die Bibernellenwurzel wirkt schleimlösend und ein Sud kann bei Erkrankungen des Rachens gegurgelt werden. Getrunken wirkt der Sud als Magenmittel aber auch harntreibendes und menstruationsfördernd. In der Likörindustrie wird die Wurzel auch zur Aromatisierung von Magenbittern eingesetzt.


Literatur

Oskar Sebold, Siegmund Seybold (Hrsg.) & George Phillipi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs Band 4: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae) Haloragaceae bis Apiaceae. Ulmer, Stuttgart 1992. ISBN 3-8001-3315-6
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Karotte
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Karotte (Daucus carota ssp. sativus), auch Möhre, Mohrrübe, Gelbe Rübe, Wurzel oder schweizerisch Rüebli genannt, gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae) und ist eine Kulturform der Wilden Möhre (D. carota ssp. carota), die vermutlich mit der südeuropäischen Riesenmöhre (D. carota ssp. maximus) und evtl. der orientalischen Schwarzmöhre (D. carota ssp. afghanicus) gekreuzt wurde.

Eine weitere mögliche Urform der Karotte ist die Varietät der Schwarz-Möhre (Daucus carota ssp. sativus var. atrorubens Alef.). Sie wird heute noch in der Türkei angebaut, besitzt einen höheren Zuckergehalt als die Kultur-Möhre und ist aufgrund ihres hohen Anthocyangehaltes bei Rohgenuss stark bläulich färbend. Meistens wird sie zu Saft verarbeitet, der unter Umständen auch milchsauer vergoren wird.

Karotten werden heute weltweit in mehr als 60 Zuchtformen und hunderten Sorten angebaut, die Jahresernte liegt bei etwa 13 Millionen Tonnen. Die Vorfahren der Karotten waren rot, violett oder schwarz gefärbt. Die orangefarbene Karotte ist eine gezielte Kreuzung französischer Landwirte im 19. Jahrhundert zwischen der mitteleuropäischen Gartenmöhre und der mediterranen Riesenmöhre. Am meisten ist heute der „Nantaiser“ Typ verbreitet.

Die Wurzeln sind je nach Sorte kugelig, länglich-kegelig oder walzenförmig mit einem holzartigen Kern und haben eine meist orange Farbe. Bei der Karotte handelt es sich um eine Bastrübe, d. h. das Phloem der Wurzel ist massiv als Speichergewebe entwickelt. Die Blüten sind zwittrig. Männliche und weibliche Organe wachsen also in demselben Pflanzenteil.

Die Blätter werden in der Küche nicht verwendet und bei größeren Karotten direkt nach der Ernte entfernt, um ein Austrocknen der Wurzel zu vermeiden.

Karotten von guter Qualität haben einen mit dem Fruchtfleisch gleichfarbenen Kern und dürfen sich nicht biegen lassen, sondern müssen brechen. Eine fast kugelförmige Sorte wird 'Pariser Karotte' genannt und vorwiegend zu Konserven verarbeitet. Sie sind frisch nicht lagerfähig. Junge Karotten werden, meist am Grün zusammengebunden, als etwa zehn Zentimeter lange 'Zucker'-, 'Bund'- oder 'Fingermöhren' gehandelt. Die älteren, meist walzenförmigen 'Sommer'- und 'Herbstmöhren' haben eine stumpfe Oberfläche und sind begrenzt lagerfähig. 'Wintermöhren' oder 'Spätmohrrüben' können über 20 Zentimeter lang und vier bis fünf Zentimeter dick werden. Sie haben einen deutlich helleren, holzigen Kern.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Gattung: Möhren (Daucus)
Art: Daucus carota

Wissenschaftlicher Name
Daucus carota subsp. sativus
(Hoffm.) Arcang.


Inhaltsstoffe

Karotten sind reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen (besonders Selen) und fettlöslichem β-Carotin, der Vorstufe von Retinol (Vitamin A). Sie enthalten bis zu sechs Prozent Zucker. Ihr charakteristisches Aroma verdanken sie bestimmten ätherischen Ölen. 100 Gramm Speisekarotten enthalten durchschnittlich 6 Milligramm β-Carotin.


Verarbeitung und Zubereitung

Karotten werden als Rohkost (Salat) oder als gekochtes oder geschmortes Gemüse gereicht. Weiter werden sie zu Eintöpfen und Suppen verarbeitet und sind Bestandteil von Suppengrün. Um die Verfügbarkeit der fettlöslichen Inhaltsstoffe zu erhöhen, sollten sie als Rohkost zerkleinert und generell mit etwas Fett zubereitet werden. In der Schweiz werden Karotten häufig mit grünen Markerbsen kombiniert.

Die Rüeblitorte, ein saftiger süßer Mandelkuchen mit Karotten als wesentlicher Zutat, ist ursprünglich eine Spezialität aus dem für seinen Karottenanbau bekannten Kanton Aargau und heute in der ganzen Schweiz verbreitet. Auch in Norwegen gibt es traditionelle Rezepte für Karottentorten mit einem Guss aus Frischkäse und Puderzucker.

In Saftbars wird oft frisch gepresster Karottensaft als Durstlöscher angeboten.


Anbau

Jahr 2004 wurden in Deutschland Karotten auf einer Fläche von 9255 ha angebaut.

In der Mischkultur vertragen sie sich gut mit Dill, Erbsen, Knoblauch, Kopfsalat, Lauch, Mangold, Radieschen, Rettich, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Schnittsalat, Schwarzwurzeln, Tomate, Chicoree, Radicchio und Zwiebeln. „Schlechte Nachbarn“ sind bisher keine bekannt.

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Kerbel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Kerbel (Anthriscus) ist eine Gattung von krautigen Pflanzen, die zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) gehört.


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Kerbel

Wissenschaftlicher Name
Anthriscus
Pers. emend. Hoffm.


Einzelne Arten

In Mitteleuropa ist der Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) weit verbreitet, eine mehrjährige, krautige Pflanze mit 0,6 bis 1,5 m hohen, gefurchten Stängeln.

Der Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium), eine einjährige Pflanze, wird einerseits als Kulturpflanze angebaut, andererseits kommt in klimatisch begünstigten Gebieten Mitteleuropas auch die Wildform longirostris an Wald- und Gebüschrändern und an Ruderalstandorten vor.

Der Kerbel hat mehrfach gefiederte, grüne Blätter mit gesägten Endabschnitten und kleine weiße Blüten, die in Doppeldolden angeordnet sind. Die bei der Reife in zwei Teile zerfallenden Früchte sind länglich, bei den heimischen Arten 4 bis 10 mm lang, und sind in einen 1 bis 4 mm langen Schnabel verschmälert. Die Früchte des Hundskerbels (Anthriscus caucalis) sind mit hakigen Borsten besetzt.


Arten

Kerbel (Anthriscus)
Wiesenkerbel (A. sylvestris)
Glanzkerbel (A. nitida)
Gartenkerbel (A. cerefolium)
Hundskerbel (A. caucalis)
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Hundspetersilie
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Hundspetersilie (Aethusa cynapium) ist eine Giftpflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Hundspetersilie (Aethusa)
Art: Hundspetersilie

Wissenschaftlicher Name
Aethusa cynapium
L.


Beschreibung

Die einjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter. Die Stängel sind rund, aber leicht kantig, oft weinrot überlaufen sowie bläulich bereift. Die Laubblätter der Hundspetersilie sitzen wechselständig und sind zwei- bis dreifach gefiedert. Beim Zerreiben riechen sie entfernt nach Knoblauch.

Die weißen, nur zwei Millimeter breiten Blüten gruppieren sich in fünf- bis fünfzehnstrahligen, zusammengesetzten Dolden. An den Dolden zweiter Ordnung sitzen Hüllblättchen, die nach unten weisen. Die Frucht ist eine zweiteilige Spaltfrucht; die schmalen Körner sind etwa vier Millimeter lang und gerippt.


Eigenschaften

Die Hundspetersilie enthält das giftige Polyin Aethusin. Sie ist dafür verantwortlich, dass in Gärten in der Regel nur krausblättrige Petersilie angebaut wird, um Verwechselungen zu vermeiden. Die Gartenpetersilie unterscheidet sich von der Hundspetersilie durch grüne anstelle weißer Blütenstände, durch die fehlenden Hüllblättchen an der Dolde und durch den Geruch.


Dies und Das

Mit dem 1926 von Karl Wilhelm Reinmuth entdeckten Asteroid (1064) Aethusa ist der Hundspetersilie auch ein Himmelskörper gewidmet.


Literatur

Schmeil – Fitschen: Flora von Deutschland, Heidelberg
Kremer, Bruno P.: Steinbachs großer Pflanzenführer, Stuttgart, ISBN 3-8001-4737-8
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Hirschwurz-Haarstrang
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Hirschwurz-Haarstrang oder die Hirschwurz (Peucedanum cervaria), auch Hirsch-Haarstrang genannt, ist ein in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet vorkommender Doldenblütler (Apiales). Er blüht im Juli und August.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Haarstrang (Peucedanum)
Art: Hirschwurz-Haarstrang

Wissenschaftlicher Name
Peucedanum cervaria
(L.) Lapeyr.


Erscheinungsbild

Die Art ist eine mehrjährige krautige Pflanze (Hemikryptophyt). Sie wird bis 1,5 m hoch und ist mehr oder weniger verzweigt. Die Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und leicht blaugrün überlaufen. Die Fiederäste wie die Fiedern gehen in einem spitzen Winkel ab und liegen mehr oder weniger in einer Ebene. Die Fiederabschnitte stehen recht locker, sind eiförmig, scharf gesägt und besitzen gelbbraune Grannenspitzen. Die Dolde ist mit zahlreichen Hochblättern versehen, welche zurückgeschlagen sind. Die Döldchenstiele sind kurz behaart. Die Blüten sind weiß. Die Frucht ist oval, etwa 4 bis 6 mm lang und 3 bis 4 mm breit und besitzt schmale Randrippen.


Verbreitung

Standortansprüche

Peucedanum cervaria wächst einzeln oder in lockeren Gruppen in Staudenfluren an lichtreichen, kalkreichen, trockenen Stellen, oft auch auf skelettreichen, scherbigen rohen Böden. Gelegentlich auch in Halbtrockenrasen oder in lichten Eichen-Niederwäldern.


Allgemeine Verbreitung

Der Hirschwurz-Haarstrang kommt in Europa, südwärts bis Nordspanien, Italien und der Balkan-Halbinsel vor. Ostwärts bis Mittelrussland, nordwärts bis etwa Oder und Weichsel. Er ist ein submediterran-schwach-kontinentales Florenelement.


Verbreitung in Deutschland

Peucedanum cervaria ist in Deutschland vor allem in der Mitte und im Süden des Gebiets zu finden. Dort kommt er zerstreut bis verbreitet vor.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
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Heilwurz
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Heilwurz (Seseli libanotis), ist ein in Mitteleuropa recht selten vorkommender Doldenblütler (Apiaceae). Sie blüht von Juni bis August.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Bergfenchel (Seseli)
Art: Heilwurz

Wissenschaftlicher Name
Seseli libanotis
(L.) Koch


Erscheinungsbild

Diese Art ist eine zwei- bis mehrjährige (bis 8 Jahre) krautige Pflanze (Hemikryptophyt). Sie wird bis zu 1,5 m hoch und stirbt nach der Blüte ab. Sie ist reich verzweigt und wie die Blätter kahl. Der Stängel ist nur unterhalb der Dolden etwas behaart. Die Blätter sind einfach bis doppelt gefiedert, die Fiederabschnitte eiförmig-lanzettlich, am Grunde keilförmig verschmälert und stachelspitzig. Die Dolden besitzen 20 bis 40 Döldchen. Deren Stiele sind wie die Blütenstiele mehr oder weniger dicht abstehend bewimpert. Die Blüten sind weiß. Die Kelchblätter sind bis zu 1 mm lang und am Rand bewimpert. Die Frucht ist bis zu 4 mm lang, etwa doppelt so lang wie breit und dicht mit abstehenden Haaren besetzt.


Verbreitung

Standortansprüche

Seseli libanotis wächst in thermophilen Staudengesellschaften und bevorzugt sonnige bis schwach beschattete, mäßig trockene, kalkhaltige, basische Böden.


Allgemeine Verbreitung

Die Heilwurz kommt in Europa, Nordafrika und Asien vor. In Europa von Südeuropa (Iberische Halbinsel, Apennin, Balkan) nordwärts bis Südostengland, südliches Norwegen, Ostseegebiet.


Verbreitung in Deutschland

Die Heilwurz kommt in Deutschland sehr zerstreut bis selten im mittleren und südlichen Teil des Gebiets vor. Selten ist die Pflanze auch im Ostseegebiet anzutreffen.


Sonstiges

Die Pflanze scheint ganz außerordentlich unter Tritt zu leiden. Vielleicht ist dies mit dem einmaligen Blühen und mit der in diesem Zusammenhang notwendigen Verjüngung durch Sämlinge zusammenhängend. An häufiger von z.B. Kletterern begangenen Felsflächen fehlt die Heilwurz.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
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Hasenohren
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Hasenohren (Bupleurum) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Hasenohren

Wissenschaftlicher Name
Bupleurum
L.


Beschreibung

Die Hasenohren sind mehrjährige oder einjährige krautige Pflanzen, es gibt auch Halbsträucher und Sträucher. Häufig besitzen sie eine kurzen, verholzten Wurzelstock.


Blätter

Das kennzeichnende Merkmal der Hasenohren innerhalb der Familie der Doldenblütler sind die stets ungeteilten und ganzrandigen Blätter. Die Form der Blätter kann von grasartig linealisch bis breit länglich schwanken. Die Blätter sind manchmal vom Stängel durchwachsen. Genau wie der Rest der Pflanze sind die Blätter immer vollkommen kahl.


Blütenstände und Blüten

Die zusammengesetzten Dolden sind häufig von einer auffälligen Hochblatt-Hülle umgeben. Die Döldchen haben drei bis zwölf (bis 20) Blüten. Hülle und Hüllchen sind in der Regel ausgebildet, selten, wie bei B. rotundifolium fehlt die Hülle. Die Blüten sind zwittrig und klein. Die Kelchblätter sind nur undeutlich ausgebildet. Die Kronblätter sind gelb oder gelbgrün (selten rötlich-gelb), ganzrandig und an der Spitze immer eingeschlagen oder eingerollt, sowie an der Außenseite durch den vortretenden Mittelnerv gekielt.


Früchte

Die Frucht ist eiförmig bis länglich sowie nicht oder nur wenig abgeflacht und an der Fugenfläche zusammengezogen. Die Oberfläche ist meist glatt (bei B. tenuissimum warzig) und kahl. Die Teilfrucht hat fünf deutliche Hauptrippen und keine Nebenrippen. Es gibt ein bis fünf Ölstriemen, die bei manchen Arten schwindend sind. Der kurze Griffel ist nach der Blüte zurückgebogen.


Verbreitung

Die Gattung ist auf die temperaten Gebiete der nördlichen Hemisphäre beschränkt. Lediglich eine Art, B. mundtii, kommt in Süd-Afrika vor. In Australien wurde die Gattung eingeschleppt.


Verwendung

Die Wurzeln einiger Arten werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin als „chai hu“ gegen Husten, Fieber und Grippe verwendet. Da einige wenige Arten (etwa B. longiradiatum) jedoch giftig sind, kann zu gefährlichen Verwechslungen kommen.


Arten

In der Gattung Hasenohren (Bupleurum) gibt es, je nach Quelle, zwischen 70 und 180 Arten, davon 39 in Europa. Da die Arten sehr variabel sind und etliche Arten nur von wenigen Aufsammlungen bekannt sind, ist in Zukunft mit einer Reduktion der Artenzahl zu rechnen. Im folgenden eine Auswahl europäischer Arten:

Bupleurum affine
Bupleurum alpigenum
Bupleurum angulosum
Bupleurum baldense
Bupleurum croceum
Bupleurum dianthifolium Guss.
Bupleurum elatum Guss.
Sichelblättriges Hasenohr, oder einfach Sichel-Hasenohr, (Bupleurum falcatum)
Strauchiges Hasenohr (Bupleurum fruticosum)
Jacquins Hasenohr (Bupleurum gerardii)
Bupleurum gibraltarium
Bupleurum lancifolium
Langblättriges Hasenohr (Bupleurum longifolium)
Bupleurum odontites
Bupleurum petraeum
Bupleurum praealtum
Hahnenfuß-Hasenohr (Bupleurum ranunculoides)
Bupleurum rigidum
Rundblättriges Hasenohr, oder Acker-Hasenohr, (Bupleurum rotundifolium)
Bupleurum semicompositum
Bupleurum stellatum
Bupleurum subovatum
Salz-Hasenohr (Bupleurum tenuissimum)
Bupleurum virgatum


Literatur

Siegmund Seybold (Hg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
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Hahnenfuß-Hasenohr
Veröffentlicht:
Beschreibung: Das Hahnenfuß-Hasenohr (Bupleurum ranunculoides), auch als Berg-Hasenohr bezeichnet, ist ein in Mitteleuropa nur gebietsweise verbreitet vorkommender Angehöriger der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Hasenohren
Art: Hahnenfuß-Hasenohr

Wissenschaftlicher Name
Bupleurum ranunculoides
L.


Erscheinungsbild

Das Hahnenfuß-Hasenohr ist eine in der Regel 5 bis 30 cm hoch wachsende mehrjährige, krautige Pflanze. Sie ist gänzlich kahl, blaugrün gefärbt und besitzt am Grunde häufig die Reste von abgestorbenen Blättern.

Der meist einfach wachsende Stängel besitzt im unteren Bereich lanzettlich-linealische Laubblätter, die oberen sind stark verbreitert und oft mehr oder weniger stängelumfassend. Sie sind aus herz- oder eiförmigem Grund verschmälert.

Die Dolde ist meist 5 bis 7-strahlig. Die Hülle ist dreiblättrig. Die Hüllchenblätter sind breit-elliptisch geformt, zugespitzt und meist fünfblättrig. Sie sind von gelblichgrüner Farbe und länger als das Döldchen. Die Krone ist gelb und oft rot überlaufen.

Die Frucht besitzt eine Länge von etwa 2,5 bis 3,5 mm und ist mit meist fädlichen Rippen besetzt.

Das Hahnenfuß-Hasenohr blüht vorwiegend in den Monaten Juli und August.


Verbreitung und Standortansprüche

Die Art kommt in den gebirgigen Gegenden Süd- und Mitteleuropas vor. Östlich dringt sie bis Kamtschatka und weiter bis Alaska vor.

In Deutschland ist das Hahnenfuß-Hasenohr sehr selten in den Allgäuer- und östlichen Alpen zu finden.

In Österreich kommt die Art zerstreut bis gebietsweise sehr selten vor.

In der Schweiz beschränkt sich das Vorkommen auf das Juragebiet.

B. ranunculoides wächst in subalpinen und alpinen Steinrasen. Es bevorzugt frische, meist kalkreiche und mehr oder weniger steinige Lehmböden.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
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Haarstrang (Gattung)
Veröffentlicht:
Beschreibung: Haarstrang (Peucedanum) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Es sind krautige Pflanzen mit flacher Spaltfrucht. Am Stängelgrund der meisten Arten befindet sich ein faseriger Schopf aus abgestorbenen Blattscheiden.


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Haarstrang

Wissenschaftlicher Name
Peucedanum
L.


Beschreibung

Es sind mehrjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die Blätter sind ein- bis mehrfach gefiedert oder ein- bis mehrfach dreizählig zusammengesetzt.

Die Blüten stehen in deutlich zusammengesetzten Dolden und sind überwiegend zwittrig. Die Hüllblätter fehlen oder sind mehrere, wenn vorhanden, dann ungeteilt. Die Hüllchenblätter sind sind meist vorhanden und zahlreich, seltener fehlend. Kelchzähne sind meist deutlich vorhanden, seltener fehlend. Die Kronblätter sind weiß, rötlich, gelblich oder grünlich. Sie besitzen eine lange einwärts gebogenen Spitze und sin an der Umbiegestelle häufig ausgerandet. Der Fruchtknoten wie auch später die Frucht sind kahl.

Die Früchte sind am Rücken (dorsal) stark zusammengedrückt, dadurch wird die Fugenfläche groß. Die Hauptrippen am Rand sind geflügelt. Die rückenständigen Hauptrippen springen deutlich vor. Unter den Tälchen gibt es je ein bis drei Ölstriemen, an der Fugenfläche zwei bis sechst. Der Griffel ist im Fruchtzustand ein- bis dreimal so lang wie das Griffelpolster. Der Fruchthalter ist frei und bis zum Grund gespalten.


Verbreitung

Die Gattung kommt in Europa, Asien und Afrika vor.


Systematik

Die Gattung umfasst rund 170 Arten, von denen 29 in Europa vorkommen.

Die in Mitteleuropa vorkommenden Arten sind:

Meisterwurz (Peucedanum ostruthium (L.) W.D.J.Koch)
Echter Haarstrang (P. officinale L.)
Kümmel-Haarstrang (P. carvifolia Vill.)
Berg-Haarstrang (P. oreoselinum (L.) Moench)
Hirschwurz-Haarstrang (P. cervaria (L.) Lapeyr.)
Sumpf-Haarstrang (P. palustre (L.) Moench)
Elsässer Haarstrang (P. alsaticum L.)
Österreichischer Haarstrang (P. austriacum (Jacq.) W.D.J.Koch)
Raibler Haarstrang (P. rablense W.D.J.Koch)
Quirl-Haarstrang (P. verticillare)
Elsass-Haarstrang (P. alsaticum)


Literatur

Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
Manfred A. Fischer (Red.): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz 2005, S. 839. ISBN 3-85474-140-5
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Große Sterndolde
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Große Sterndolde (Astrantia major) ist eine Pflanzenart der Gattung Sterndolde und gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Saniculoideae
Gattung: Sterndolde (Astrantia)
Art: Große Sterndolde

Wissenschaftlicher Name
Astrantia major
L.


Namensherkunft

Der wissenschaftliche Gattungsname leitet sich vom griechischen aster = Stern und anthos = Blüte ab. Das Epitheton major = groß bezieht sich auf die Wuchshöhe im vergleich zur Kleinen Sterndolde (Astrantia minor).

Weiter volkstümliche Namen sind auch Sternblume, Stränze, Moister, Rietdolden und Holznägeli.

Durch die Ähnlichkeit ihrer Blätter mit dem Sanikel (Sanicula europaea) wird sie auch als Schwarzer Sanikel (nach dem schwarzen Wurzelstock) genannt.


Merkmale

Die mehrjährige krautige Pflanze mit aufrechtem, wenig verzweigtem Stängel erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 100 Zentimetern. Der hohe kahle Stängel ist nur wenig beblättert. Am Ende verzweigt er sich und trägt je eine Dolde. Eine große Dolde überragt meist die übrigen.

Die fünf bis siebenteiligen Blätter haben grobe gezähnte Lappen. Die beiden seitlichen sind hierbei oft miteinander verwachsen. Die Grundblätter werden 10 bis 20 Zentimeter breit und sind somit etwas größer als die Stängelblätter.

Die weißlichen Blüten sind sehr klein und stehen zahlreich in einer dichten, köpfchenartigen, einfachen Dolde. Jede Dolde wird von vielen derben Hüllblättern umgeben, die grünlich-weiß bis rötlich gefärbt sein können. Am Grund verwachsen, enden sie spitz mit gut erkennbaren Quernerven.

Die dichtgeschuppte Frucht ist eine Doppelachäne und wird bis zu sieben Millimeter lang.

Die sternförmigen Hüllblätter täuschen eine einzige große Blüte vor, was für Doldenblütler untypisch ist, ebenso dass die kleinen Einzelblüten noch einen deutlichen Kelch besitzen.

Bei einbrechender Dunkelheit krümmen sich die Doldenstiele nach unten, so dass der Pollen vor Feuchtigkeit geschützt ist.


Vorkommen

In Europa reicht das Verbreitungsgebiet von Spanien über den Balkan bis zum Kaukasus. Die Sterndolde ist in den Alpen häufig und bis zu einer Höhe von 2.000 m anzutreffen.

Als Standort werden feuchte, kalkhaltige Lehmböden, Bergwiesen, Bergwälder und Hochstaudenflure bevorzugt.

Wegen der hübschen Blüten wird die Pflanze auch im Gartenbau genutzt.


Systematik

In Österreich werden zwei Subspecies unterschieden:

Kärntner Große Sterndolde (A. m. subsp. carinthiaca), Hülle fast zweimal so lang wie die Dolde (fehlt in Wien, Burgenland und Niederösterreich);
Gewöhnliche Große Sterndole (A. m. subsp. major), Hülle meist so lang wie oder nur wenig länger als die Dolde, Vorkommen in allen Bundesländern.


Heilwirkung

Der Wurzelstock (Radix astrantiae) und das Kraut (Herba astrantiae) wird noch heute in der Volksheilkunde als magenstärkendes Mittel verwendet. Die Droge wirkt günstig auf die Abscheidung der Magensäfte und regt so den Appetit an und wird in Pulverform oder Aufguss eingenommen.

Eine Überdosierung kann Vergiftunserscheinungen hervorrufen.


Die Große Sterndolde in der Literatur

Albrecht von Haller beschreibt in seinem Lehrgedicht "Die Alpen" die Sterndolde wie folgt: "Dort wirft ein glänzend Blatt, in Finger ausgekerbt, auf einen hellen Bach den grünen Widerschein. Der Blumen zarter Schnee, den matter Purpur färbt, schließt ein gestreifter Stern in weißen Strahlen ein."


Literatur

Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3.
Manfred A. Fischer: Exkursionsflora von Österreich, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands: ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten, 6. Auflage, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7.
Bruno P. Kremer: Wildblumen, München 2001, ISBN 3-576-11456-4.
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Große Bibernelle
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Große Bibernelle (Pimpinella major), auch Große Pimpinelle ist ein in Mitteleuropa verbreitet und meist häufig vorkommender Doldenblütler. Er blüht von Juni bis September.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Bibernelle
Art: Große Bibernelle

Wissenschaftlicher Name
Pimpinella major
(L.) Huds.


Erscheinungsbild

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 40 bis 100 cm und ist ein Hemikryptophyt. Der Stängel ist scharfkantig gefurcht, beblättert und meist kahl. Die Laubblätter sind einfach gefiedert. Die Blättchen sind eiförmig oder länglich, kurz gestielt, mehr oder weniger tief gesägt und meist spitz. In der Regel sind die Fiederabschnitte 1,5 bis 2-mal so lang wie breit. Die Dolden sind 9- bis 20-strahlig. Hüllblätter sowie Hüllchenblätter fehlen, sehr selten sind sie armblättrig vorhanden. Die Krone ist weiß, seltener rosa und etwa 1,5 mm lang. Der Griffel ist (nach Abfallen der Kronblätter) ca. 1,5 bis 2 mm lang und zu dieser Zeit länger als der Fruchtknoten. Die Frucht ist eiförmig und im Querschnitt 5-kantig geformt.


Variabilität der Art

Die Große Bibernelle ist eine vielgestaltige Sippe. Von den zahlreichen Formen sei die Unterart (teilweise nur als Varietät geführt) Pimpinella major ssp. rubra erwähnt, die auch als Rote Große Bibernelle bezeichnet wird. Diese zeichnet sich durch einen niedrigen Wuchs und intensiv rosa gefärbte Kronblätter aus. Der Stängel ist meist an der Basis verzweigt, die Äste sind kurz und tragen in der Regel nur eine Dolde. Diese Unterart kommt offenbar nur in den Gebirgen vor und ist außerhalb der Alpen lediglich aus dem Schwarzwald, der Schwäbischen Alb und dem Voralpengebiet bekannt.


Verbreitung

Standortansprüche

Pimpinella major wächst in Fettwiesengesellschaften. Sie bevorzugt frische, nährstoffreiche, humose, lehmige Böden.


Allgemeine Verbreitung

Die Große Bibernelle kommt in Europa bis ins nördliche Mittelmeergebiet vor. Ferner ist sie im Kaukasus und eingebürgert in Nordamerika zu finden. Sie ist ein subatlantisch-präalpines Florenelement. In Österreich und der Schweiz ist die Art verbreitet und meist häufig zu finden.


Verbreitung in Deutschland

Pimpinella major ist in Deutschland allgemein verbreitet und steigt in den Alpen bis auf 1900 m NN. Nur im Nordwesten des Gebiets ist sie selten oder streckenweise fehlend.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
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Gold-Kälberkropf
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Gold-Kälberkropf (Chaerophyllum aureum), auch Goldfrüchtiger Kälberkropf genannt, ist ein in Mitteleuropa zerstreut vorkommender Doldenblütler (Apiaceae). Er blüht von Juni bis August.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Kälberkropf
Art: Gold-Kälberkropf

Wissenschaftlicher Name
Chaerophyllum aureum
L.


Erscheinungsbild

Die Art ist eine mehrjährige krautige Pflanze, ein (Hemikryptophyt), der im Habitus dem Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) ähnelt. Von diesem ist er aber eindeutig an dem rot gefleckten bis rot überlaufenen Stängel sowie im Fruchtbau zu unterscheiden.

Der Stängel wird etwa 60 - 130 cm hoch. Er ist aufrecht, unten kantig gefurcht, oben etwas gerillt, kurz feinflaumig bis zottig, aber nie abstehend behaart, bisweilen ist er auch ganz kahl. Die Laubblätter sind weich, 3- bis 4-fach fiederschnittig, die unteren sind gestielt, die oberen auf der Scheide sitzend. Die untersten Blattabschnitte sind im Umriss dreieckig-eiförmig und zugespitzt. Die oberen Abschnitte sind lanzettlich bis sichelförmig und besitzen aufwärts gekrümmte, weißspitzige Sägezähne. Am Rand und auf den Blattnerven sind sie bewimpert.

Die Dolden sind groß und 10- bis 15-strahlig. Die Hülle fehlt oder ist ein- bis zweiblättrig vorhanden. Die Hüllchenblätter sind zu 5 bis 10 vorhanden, lanzettlich, etwa so lang wie die Döldchenstrahlen, sehr schmal hautrandig und bewimpert bis behaart. Die Kronblätter sind weiß, kahl, breit-verkehrt-eiförmig und bis 2 mm lang. Die Früchte sind länger als der Stiel, länglich und etwas bauchig, gelbbraun und riechen gewürzartig bis fruchtig.

Bei dieser Art können sowohl Zwitterblüten als auch rein männliche Blüten auf derselben Pflanze auftreten. Es gibt auch Pflanzen, bei denen ausschließlich Zwitterblüten vorkommen.


Standortansprüche und Verbreitung

Chaerophyllum aureum kommt in frischen bis mäßig feuchten Unkrautfluren, Säumen sowie an Ruderalstellen vor. Die Art ist Stickstoffzeiger und bevorzugt montane Lagen. Der Gold-Kälberkropf gilt als Charakterart des Chaerophylletum aurei.

Der Gold-Kälberkropf kommt im südlichen und mittleren Europa von Spanien bis Südrussland, dem Kaukasus bis Persien vor. Er ist ein präalpin-(submediterranes) Florenelement.

Chaerophyllum aureum kommt in Deutschland zerstreut in der Mitte und im Süden des Gebiets vor.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Sebald, Seybold, Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3314-8
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
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Giersch (Gattung)
Veröffentlicht:
Beschreibung: Giersch (Aegopodium) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Giersch

Wissenschaftlicher Name
Aegopodium
L.


Merkmale

Alle Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen. Die Blätter sind einfach oder doppelt dreizählig gefiedert, und besitzen breite Abschnitte.

Die Blüten stehen in Doppeldolden. Hüll- und Hüllchenblätter fehlen. Die Blüten sind teils zwittrig, teils männlich. Der Kelchsaum ist ungezähnt. Die Krone ist reinweiß oder rötlich. Das Kronblatt hat mehrere Nerven, ist verkehrt-herzförmig und hat ein eingeschlagenes Läppchen. Der Fruchtknoten ist kahl.

Die Früchte sind eiförmig und seitlich zusammengedrückt. Die Hauptrippen sind fadenförmig. Die Ölstriemen sind schwindend. Der Griffel ist mehr als doppelt so lang wie das Griffelpolster. Dieses ist kräftig entwickelt. Der Fruchthalter ist zweigabelig.


Verbreitung

Die Gattung kommt in Europa und Asien vor.


Systematik

Die Gattung gehört zu Unterfamilie der Apioideae. Es gibt fünf bis sieben Arten, von denen nur der Giersch (Aegopodium podagraria) in Europa vorkommt.

Weitere Arten sind:

Aegopodium alpestre Ledebour
Aegopodium handelii H. Wolff
Aegopodium henryi Diels
Aegopodium latifolium Turczaninow
Aegopodium tadshikorum Schischkin


Literatur

Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
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Giersch
Veröffentlicht:
Beschreibung: Giersch, Schettele, Zaungiersch, Geißfuß oder Ziegenfuß (Aegopodium podagraria), im Volksmund Zipperleinskraut, gilt bei Gärtnern als eines der unbeliebtesten „Unkräuter“. Er verbreitet sich sehr stark und gilt als quasi nicht bekämpfbar.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Giersch (Aegopodium)
Art: Giersch

Wissenschaftlicher Name
Aegopodium podagraria
L.


Merkmale

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern und hat einen kennzeichnend dreikantigen, gefurchten, hohlen Stängel. Die doppelt dreizähligen Laubblätter haben Fiederblättchen, die eiförmig-länglich und scharf gesägt sind. Die Fiedern 1. Ordnung ähneln einem Ziegenfuß.

Die zusammengesetzten Dolden sind flach und 12- bis 20-strahlig. Bei den kleinen weißen Blüten fehlt die Hülle. Die Früchte sind kümmelähnlich.

Da Giersch aus einem sehr stark wuchernden Rhizom entspringt, können die Ausläufer Kolonien bilden. So verbreiten sich einzelne Pflanzen binnen weniger Jahre über große Flächen in Parks und Gärten. Giersch gilt als äußerst ausdauernd und hartnäckig und ist schwer zu bekämpfen. Auf sehr kalkhaltigem Boden gedeiht er schlechter.


Bekämpfung

Da sich Giersch vor allem durch Wucherung verbreitet, lässt er sich nur schwer durch - daher im Zweifel entbehrliche - Giftstoffe bekämpfen. Mit einigen Grundregeln und etwas Disziplin lässt sich Giersch aber hervorragend zurückdrängen.

1. Pflanzen nie abrupfen, sondern mit Bedacht die gesamten Wurzeln ausgraben.
2. Pflanzen und Wurzeln in Biotonne oder Restmüll geben, nie auf den Komposthaufen werfen.
3. Hat sich Giersch in Bodendeckern oder Stauden verzweigt, diese gleich mitentsorgen.
4. Sobald man Giersch im Garten wieder entdeckt, immer wieder ausgraben.
5. Hat sich Giersch auch beim Nachbarn angesiedelt, sich mit diesem besprechen und gemeinsam bekämpfen, da er sich sonst durch den Zaun wieder einschleicht.
6. Bekommt man Pflanzen mit Wurzelballen aus unsicherer Quelle, die Erde auf Befall kontrollieren und einige Wochen beobachten.


Vorkommen

Die Pflanze ist fast in ganz Europa und den gemäßigt-kontinentalen Gebieten des eurasischen Laubwaldgürtels verbreitet.


Traditionelle Heilpflanze gegen Gicht

Der Name Podagrakraut oder Zipperleinskraut weist darauf hin, dass Giersch ein traditionelles Mittel gegen Gicht ist. Über Jahrhunderte galt Giersch bei Patienten, die unter Gicht oder Rheuma litten, als probates Heilmittel.


Verwendung des Wildkrauts in der Küche

Giersch kann als Salat oder Gemüse zubereitet werden, ist sehr wohlschmeckend und erinnert in Geruch und Geschmack an Spinat und ein wenig an Petersilie. Im Mittelalter und noch vor gar nicht allzu langer Zeit wurde Giersch sowohl als Gemüse wie auch als Heilpflanze eigens angebaut. Mittelalterliche Quellen belegen, dass er in Kloster- und Bauerngärten eine „natürliche“ Nutzpflanze war. Da Giersch im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsearten über eine lange Zeit im Jahr zur Verfügung steht und nur geringe Ansprüche an Boden, Wasser und Lichtversorgung stellt, sicherte er z. B. während der Weltkriege vielen Menschen die Vitaminzufuhr.

Als Salat eignen sich - wie bei anderen Wildpflanzen auch - vor allem die ganz jungen, kaum entfalteten Blätter. Die rohen Blätter können auch in Aufstriche und Suppen gegeben werden. Wenn die Pflanze schon älter ist, sind die Blätter für einen schmackhaften Salat zu grob. Sie eignen sich dann aber nach wie vor zum Kochen - etwa für Aufläufe. Die Blätter werden dann vergleichbar dem Blattspinat gekocht bzw. gedünstet. Die Gierschstiele aber können bitter schmecken und werden im Zweifel besser vor dem Kochen entfernt.

Meerschweinchen und Kaninchen fressen ihn sehr gerne, so dass er auch als Kleintierfutter dienen kann.


Vorsicht beim Pflücken

Der Giersch hat einige sehr giftige Doppelgänger, die ebenfalls Doldenblütler sind, wie beispielsweise der Schierling oder der Riesen-Bärenklau. Daher sollten Wildpflanzensammler darauf achten, dass der Blattstiel im Querschnitt dreieckig ist, da es keinen giftigen Doppelgänger mit dreieckigem Blattstiel gibt. Am besten ist es dennoch, sich den Giersch von einem Pflanzenkundigen zeigen zu lassen.


Literatur

Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas und den Alpen. Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3430-6
Elisabeth Mayer: Wildfrüchte, Wildgemüse, Wildkräuter. Stocker, 2001, ISBN 3-7020-0835-7, Seite 38 - 40
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Gewöhnlicher Knollenkümmel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Gewöhnliche Knollenkümmel (Bunium bulbocastanum), auch Gewöhnliche Erdkastanie genannt, ist ein Ackerwildkraut aus der Familie der Doldenblütler.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Gattung: Knollenkümmel (Bunium)
Art: Gewöhnlicher Knollenkümmel

Wissenschaftlicher Name
Bunium bulbocastanum
L.


Verbreitung und Standort

Der Gewöhnliche Knollenkümmel ist von Europa bis nach Indien verbreitet. In Deutschland ist er regional gefährdet. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte.


Beschreibung

Der Gewöhnliche Knollenkümmel erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 60 Zentimetern. Der sommergrüne Knollen-Geophyt ist mehrjährig. Die kahlen Stängel sind markig und entspringen einer 3 bis 4 Zentimeter breiten, kugeligen Knolle, die tief im Boden sitzt. Die Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und im Umriss dreieckig. Die Abschnitte sind lineal bis lanzettlich.

Die Blüte ist eine zehn- bis zwanzigstrahlige Dolde. Hülle und Hüllchen sind drei- bis zwanzigblättrig. Die längliche Frucht misst zwischen 3 und 4,5 Millimeter Länge.


Nutzung

Die Knolle kann sowohl roh als auch gekocht als Gemüse verspeist werden. Die Blätter können ähnlich wie Petersilie verwendet werden. In Indien, Persien, Afghanistan und Tadschikistan wird er als Gewürzpflanze genutzt. Einheimische Namen sind auf Hindi काला जीरा kālā jīrā („Schwarzer Kümmel“) oder shahi jeera („Schah-Kümmel“) und auf persisch زيره كوهی zireh kuhi („Wilder Kümmel“). Er wird im Sahih al-Buchari als Heilpflanze erwähnt.


Literatur

H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4.
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Gewöhnlicher Klettenkerbel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Gewöhnliche Klettenkerbel (Torilis japonica) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Borstendolden (Torilis)
Art: Gewöhnlicher Klettenkerbel

Wissenschaftlicher Name
Torilis japonica
(Houtt.) DC.


Beschreibung

Der Gewöhnliche Klettenkerbel ist eine einjährige, krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 120 Zentimeter. Der Stängel ist rau durch anliegende, nach rückwärts gerichtete starre Borstenhaare.

Die am Ansatz sowie der unteren Hälfte stehenden Laubblätter stehen an 2 bis 7 Zentimeter langen Blattstielen. Die Blätter sind dunkelgrün, glänzend, zwei- bis dreifach gefiedert, die Endfieder ist verlängert. Die Blattspreiten sind dreieckig-eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, bis zu 20 Zentimeter lang und 17 Zentimeter breit, die Blättchen eiförmig-lanzettlich, 2 bis 6 Zentimeter lang und 1 bis 2,5 Zentimeter breit.

Blütezeit ist April bis Oktober. Die Blütenstängel sind 3 bis 25 Zentimeter hoch und ebenfalls borstig behaart. Es finden sich nur wenige, vier- bis zwölfnervige, borstige, linealische Tragblätter mit einer Länge von 1 bis 3 Zentimeter sowie fünf bis acht linealische bis ahlenförmige Vorblätter, die 1,5 bis 7 Millimeter lang und 0,5 bis 1,5 Millimeter breit sind. Die endständigen Blütenstände sind vier- bis zwölfblütige Dolden, die Blütenstiele sind mit 1 bis 4 Millimetern Länge kürzer als die Vorblätter. Die Blütenhülle ist vier- bis sechs-, gelegentlich bis zu zwölfblättrig, die kleinen Hüllblätter sind deltaförmig bis lanzettlich.

Die rundlich-eiförmigen Früchte sind 1,5 bis 5 Millimeter lang, und 1 bis 2,5 Millimeter breit, reife Früchte sind häufig schwarz-purpurn. Die zwei Teilfrüchte sind dicht mit gebogenen Stacheln besetzt, die allerdings ohne Widerhaken sind. Dessen ungeachtet werden die Früchte wie Klettenfrüchte durch Tiere verbreitet (Epichorie).

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=16.


Verbreitung und Ökologie

Der Gewöhnliche Klettenkerbel ist eine weit verbreitete Art und findet sich von Asien (z.B. Japan, China) bis Europa als einheimische Pflanze, eingeführt auch in Nordamerika (Kanada, USA) in Höhenlagen von 100 bis 3800 Metern. Ursprünglich in Mischwäldern oder natürlichen Krautfluren beheimatet, ist er eine Pionierpflanze, die sich häufig in gestörten Habitaten wie Ruderalfloren findet. Er schätzt nährstoffreiche Standorte und lichten Schatten an Wald- und Gebüschrändern. Die Pflanzen sind Futterpflanzen für das Landkärtchen.


Verwendung

Wurzeln und Früchte des Gewöhnlichen Klettenkerbels finden in einigen chinesischen Provinzen Verwendung als Heilmittel.

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Gewöhnliche Wiesensilge
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Gewöhnliche Wiesensilge (Silaum silaus), auch einfach als Wiesensilge oder Silau bezeichnet, ist ein in Mitteleuropa zerstreut vorkommender Doldenblütler. Er blüht im April und Mai. Die Gattung ist nur mit dieser Art in Europa vertreten.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Wiesensilge
Art: Gewöhnliche Wiesensilge

Wissenschaftlicher Name
Silaum silaus
(L.) Sch. et Thell.


Erscheinungsbild

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 30 bis 100 cm und ist ein Hemikryptophyt. Der Stängel ist zumindest im oberen Teil kantig und gefurcht und oft leicht violettbraun überlaufen. Die unteren Blätter sind 3- bis 7-teilig gefiedert, die Zipfel länglich bis lineal-lanzettlich geformt, ca 1 mm breit und spitz. Sie sind sehr fein gesägt. Die obersten Blätter sind einfach gefiedert. Die Dolden sind 5- bis 10-strahlig. Die Hülle fehlt oder ist 1- bis 3-blättrig vorhanden. Die lineal-lanzettlichen Hüllchenblätter sind zahlreich vorhanden und schmal häutig berandet. Die Stiele der Döldchen sind verschieden lang. Die Kronblätter sind blass- bis grünlich-gelb, außen rot berandet und besitzen eingeschlagene Zipfel. Die Frucht ist breit eiförmig-länglich geformt, bis 5 mm lang und ca. 2,5 mm dick.


Verbreitung

Standortansprüche

Silaum silaus wächst vor allem in Feuchtwiesengesellschaften. Sie bevorzugt mehr oder weniger wechselfeuchte, nährstoffreiche, lehmige oder tonige Böden.


Allgemeine Verbreitung

Die Wiesensilge kommt im gemäßigten und südlichen Europa bis nach Sibirien vor. Sie ist ein eurasisch-submediterranes Florenelement. In Österreich kommt sie zerstreut bis selten vor und ist gefährdet, in der Schweiz findet man sie allgemein zerstreut vor.


Verbreitung in Deutschland

Silaum silaus ist in Norddeutschland selten, im mittleren Gebiet zerstreut und nach Süden hin verbreitet vorkommend.


Sonstiges

Von der im sterilen Zustand ähnlichen Kümmelblättrigen Silge (Selinum carvifolia) unterscheidet sich die Wiesensilge unter anderem durch den kaum gefurchten Blattstiel, der bei der Kümmelblättrigen Silge deutlich gefurcht ist. Der Blattstiel vom ebenfalls ähnlichen Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre) ist im Gegensatz zu demjenigen der Wiesensilge hohl.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
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Gewöhnliche Brenndolde
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Gewöhnliche Brenndolde (Cnidium dubium), ist ein in Mitteleuropa selten vorkommender Doldenblütler (Apiaceae). Er blüht von Mitte Juli bis August.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Brenndolden (Cnidium)
Art: Gewöhnliche Brenndolde

Wissenschaftlicher Name
Cnidium dubium
(Schkuhr) Thell.


Erscheinungsbild

Die Art ist eine zweijährige bis mehrjährige krautige Pflanze (Hemikryptophyt). Sie ist schlank und wird bis zu 70 cm hoch. Sie ist gänzlich kahl, unverzweigt (bis wenig verzweigt) und entfernt beblättert. Die Blätter sind zwei bis dreifach fiederschnittig und besitzen lineale, 1 bis 2 mm breite, am Rand schmal umgeschlagene Blattzipfel mit weißen Stachelspitzen. Die Dolde besitzt keine oder nur wenige Hüllblätter. Die Blüten sind weiß. Die Frucht ist eiförmig bis fast kugelig und 2 bis 2,5 mm lang. Die Teilfrucht besitzt 5 deutlich hervortretende Rippen.


Verbreitung

Standortansprüche

Cnidium dubium wächst an feuchten bis nassen, zeitweise überfluteten, kalkarmen, sauren, doch basenreichen bis (schwach) kalkhaltigen, basischen Stellen. Sie bevorzugt nicht gedüngte nährstoffarme Streuwiesen auf humosen wie schluffigen Böden. Sie ist Kennart einer eigenen Gesellschaft (Cnidio-Violetum).


Allgemeine Verbreitung

Die Gewöhnliche Brenndolde kommt in Osteuropa und Westasien (Westsibirien) vor. Die Westgrenze verläuft an der Ostküste von Südschweden nach Deutschland und Österreich hinein. Sie ist ein kontinentales Florenelement .


Verbreitung in Deutschland

Cnidium dubium ist in Deutschland meist selten in Nord- und Nordostdeutschland, Thüringen, Sachsen, Hessen, Nordbayern und der mittleren bzw. nördlichen Oberrheinebene zu finden.


Sonstiges

Nach der Mahd erfolgt keine zweite Blüte. Die vegetative Vermehrung erfolgt über Ausläufer bzw. Wurzelschosse (besonders im Herbst nach der Mahd zu beobachten.)


Artenschutz

Gefährdung in Deutschland: Kategorie 2-: stark gefährdet !


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
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Gemeine Sichelmöhre
Veröffentlicht:
Beschreibung: Die Gemeine Sichelmöhre (Falcaria vulgaris), auch als Sicheldolde bezeichnet, ist ein Doldenblütler (Apiaceae). Er blüht von Juli bis September.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Sichelmöhre
Art: Gemeine Sichelmöhre

Wissenschaftlicher Name
Falcaria vulgaris
Bernh.


Erscheinungsbild

Die einjährige bis mehrjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 60 cm. Sie ist ausladend beastet, so dass sie im Umriss fast halbkugelig wirkt. Die ganze Pflanze ist kahl und von bläulichgrüner Farbe. Die unteren Laubblätter sind einfach oder dreizählig geteilt, die oberen sind dreizählig. Das mittlere Blättchen ist sehr tief dreiteilig oder dreispaltig, die seitlichen zwei- bis dreispaltig geteilt. Alle wirken etwas starr. Die Blattzipfel sind schmal lineal-lanzettlich geformt, bis zu 15 cm lang, 1,5 cm breit und scharf kleinborstig gesägt. Oft sind sie schwach sichelförmig gebogen. Meist sind 4 bis 8 Hüll- sowie Hüllchenblätter vorhanden. Die Kronblätter sind weiß und ziemlich klein. Sie haben eine Länge von ca. 0,6 mm. Die Frucht ist lineal-länglich und etwa 3 bis 4 mm lang.Die Frucht ist eine Spaltfrucht, Doppelachäne


Verbreitung

Verbreitungsstrategie

Die Pflanze bricht bei Samenreife am Boden ab, und kann durch ihre kugelige Form vom Wind verblasen werden. Die Pflanze kann ihre Samen so über große Entfernung ausstreuen. Diesen Verbreitungstyp nennt man Steppenroller oder Bodenläufer (Chamaechorie).


Standortansprüche

Falcaria vulgaris wächst in „Unkraut“-Gesellschaften. Sie bevorzugt trockene, nährstoff- und kalkreiche, lehmige Böden.


Allgemeine Verbreitung

Die Gemeine Sichelmöhre kommt von Mitteleuropa über das nördliche Mittelmeergebiet bis West- und Südwestasien vor. Sie ist ein submediterran-eurasisches Florenelement. In Österreich ist sie im Pannonischen Gebiet häufig, ansonsten zerstreut bis selten zu finden. In der Schweiz ist sie sehr selten und vom Aussterben bedroht.


Verbreitung in Deutschland

Falcaria vulgaris kommt zerstreut in Nordost- Mittel- und Süddeutschland vor. Sie fehlt unter anderem in Nordwest-Deutschland.


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
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Gefleckter Schierling
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er gehört mit Wasserschierling (Cicuta virosa) und Hundspetersilie zu den giftigsten Doldengewächsen. Mit einem Trank aus seinen Früchten oder Wurzeln wurden im Altertum Verbrecher hingerichtet. Ein prominentes Opfer des sog. Schierlingsbechers war der griechische Philosoph Sokrates, dem das damalige Establishment schädliche Beeinflussung der Jugend vorwarf.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Schierlinge (Conium)
Art: Gefleckter Schierling

Wissenschaftlicher Name
Conium maculatum
L.


Beschreibung

Die zweijährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 2 Metern. Ihre kahlen Stängel sind hohl, längs gerippt und – ähnlich wie reife Pflaumen – von einer Art blauem Reif überhaucht, im unteren Teil rot gefleckt. Die Laubblätter des Schierlings sind dreifach gefiedert. Ein Blatt bildet optisch ein Dreieck. Die weißliche Wurzel ist spindelförmig. Ein gutes Erkennungsmerkmal ist ein intensiver Geruch nach Mäuse-Urin.

Die zusammengesetzte Dolde weist bis zu 20 Strahlen auf. Sie besitzt an der Basis wie auch an den Döldchen mehrere Hüllblättchen. Die weißen Blüten sind einfach.


Vorkommen

Der Gefleckte Schierling findet sich auf typischen Ruderalflächen wie Schuttplätzen oder Brachen. Er bevorzugt tiefgründigere nahrhafte Lehmböden und gilt als Stickstoffanzeiger. Wegen zahlreicher Todesfälle beim Nutzvieh durch Schierling im Grünfutter wurden Conium-Vorkommen im Freiland durch Landwirte vielerorts gezielt eliminiert.


Wirkung

Der Schierling gehört zu den giftigsten einheimischen Pflanzenarten. Sein in allen Teilen vorhandener Wirkstoff ist das Alkaloid Coniin, das für den Erwachsenen in einer Dosis von 0,5 bis 1 g tödlich ist. Darüber hinaus kommen auch weitere Alkaloide wie Conhydrin, Pseudoconhydrin, Conicein und Methylconiin im gefleckten Schierling vor. Besonders stark sind die Gifte in den unreifen Früchten konzentriert. Es wirkt vor allem auf das Nervensystem. Die Vergiftung äußert sich durch Brechreiz, Verlust des Sprach- und Schluckvermögens und Muskelkrämpfe, bis schließlich durch Atemlähmung der Tod eintritt. Vergiftungen können vor allem durch die Verwechslung mit ähnlich aussehenden Doldengewächsen, etwa dem sehr ähnlichen Wiesen-Kerbel oder der Petersilie, auftreten. Der starke Mäusegeruch, die geteilten Blätter und die rötlichen Flecken der zudem bereiften Sprosse sind jedoch ein klares Unterscheidungsmerkmal.

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Gartenkerbel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) gehört.

Bekannt ist er vor allem in seiner Kulturform (var. cerefolium), die als Suppenkraut und Gewürz für Gemüse oder Salate verwendet wird. In klimatisch begünstigten Gegenden Mitteleuropas kommt aber auch die Wildform (var. longirostris) vor, die als Wildgemüse ebenfalls verwendet wird.

Die 20 bis 70 cm hohe Pflanze ist vor der Blüte am aromatischsten. Kerbel hat ein feines Aroma, das ein wenig an Anis erinnert. Beim Kochen passt Kerbel gut zu Speisen mit Fisch oder Meeresfrüchten. Kerbel soll magenstärkend, blutreinigend und entwässernd wirken.
Kerbel ist Bestandteil der Kräutermischungen fines herbes (feine Kräuter) und Kräuter der Provence.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Kerbel (Anthriscus)
Art: Gartenkerbel

Wissenschaftlicher Name
Anthriscus cerefolium
(L.) Hoffm.
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Flutender Sellerie
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der oder die Flutende Sellerie (Apium inundatum), auch Untergetauchter Scheiberich, ist eine subaquatisch bzw. amphibisch vorkommende Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Seine Verbreitung beschränkt sich weitgehend auf die atlantisch-subatlantische Klimaregion Westeuropas.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Sellerie (Apium)
Art: Flutender Sellerie

Wissenschaftlicher Name
Apium inundatum
(L.) Rchb. fil.


Merkmale

Die ausdauernde Pflanze ist ein Hemikryptophyt und Hydrophyt und wird 15 bis 60 Zentimeter lang. Ihre bisweilen rötlich überlaufenen Stängel wachsen niederliegend oder im Wasser flutend und weisen einerseits haarfein-zipfelige, zwei- bis dreifach gefiederte Tauchblätter und andererseits einfach gefiederte „Luftblätter“ auf. Letztere befinden sich im oberen Abschnitt des Sprosses und bestehen aus keil- bis rautenförmigen, meist dreilappigen Teilblättern (zu Begriffen des Blattaufbaus vergleiche: Blatt). Den kleinen, sehr unauffälligen, scheinbar blattgegenständig wachsenden Blütendolden fehlt eine Hülle; drei- bis sechszählige Tragblätter (Hüllchen) sind stets vorhanden. Ihr Aufbau ist lediglich zwei- bis vierstrahlig und sie weisen weißliche Kronblätter von jeweils nur einem halben Millimeter Länge auf. Die Blütezeit liegt im Juni und Juli. Die späteren Früchte sind eiförmig und 2,5 bis 3 mm lang.


Standortansprüche, Vergesellschaftung

Flutender Sellerie bevorzugt flache, oligo- bis mesotrophe, also nährstoffärmere Gewässer mit humos-torfigem (anmoorigem) Schlamm- oder Sandgrund. Dies können beispielsweise Heideweiher, Weidetümpel, vernässte Dünentäler auf Nord- und Ostseeinseln, Sandgrubengewässer oder auch langsam fließende Gräben sein. Dort wächst die Art in Strandlings-Gesellschaften (pflanzensoziologische Klasse Littorelletea uniflorae), wobei sie hierin insbesondere als „Apium inundatum-Gesellschaft“ oder auch als „Littorello-Apietum inundati“ innerhalb des Verbandes Hydrocotylo-Baldellion (Igelschlauch-Gesellschaften) gekennzeichnet wird. Auch in ärmeren Ausprägungen von Kleinlaichkraut-Gesellschaften soll die Art anzutreffen sein. Die Standorte sind oft durch einen bestimmten jahreszeitlichen Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser- bzw. Austrocknungsphasen charakterisiert.


Verbreitung

Das Areal der Art ist auf atlantische, also wintermild-humide Gebiete im westlichen Europa, namentlich im west-mitteleuropäischen Tiefland und auf den Britischen Inseln, konzentriert. Es erstreckt sich insgesamt von Irland, Schottland, Dänemark und Südschweden im Norden über Deutschland, Benelux und Frankreich bis vereinzelt nach Italien, zur Iberischen Halbinsel und zum Rand Nordwestafrikas im Süden. In Deutschland wird insbesondere das nordwestdeutsche Tiefland (vor allem Niedersachsen westlich der Weser, Schleswig-Holstein) besiedelt. Die östliche Verbreitungsgrenze wird durch disjunkte Vorkommen unter anderem in Vorpommern, dem Wendland und der Altmark, im Drömling sowie in der Lausitz markiert.


Gefährdung, Schutz

Flutender Sellerie ist eine konkurrenzschwache Pflanzenart, deren Lebensräume durch Nährstoffeinträge, Verschmutzung, Bewirtschaftungsmaßnahmen und direkte Zerstörung im Lauf des 20. Jahrhunderts erheblich geschwunden sind. Auf der bundesdeutschen Roten Liste wird Apium inundatum als „stark gefährdet“ eingestuft. Vielerorts ist die Art bereits verschollen. Im Sinne des Naturschutzgesetzes gilt sie als „besonders geschützt“.


Literatur

Heinz Ellenberg: Zeigerwerte der Gefäßpflanzen Mitteleuropas. – Scripta Geobotanica IX, Verlag Erich Goltze KG, Göttingen, 2., verbess. und erweit. Aufl. 1979. ISBN 3-88452-518-2
Eckhard Garve: Atlas der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen in Niedersachsen und Bremen. – Naturschutz Landschaftspflege Niedersachsen 30, 1994. ISBN 3-922321-68-2
Henning Haeupler & Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4
Henning Haeupler & Peter Schönfelder: Atlas der Farn- und Blütenpflanzen der Bundesrepublik Deutschland. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 1988. ISBN 3-8001-3434-9
Heinz-Dieter Krausch: Farbatlas Wasser- und Uferpflanzen. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 1996. ISBN 3-8001-3352-0
Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 6. Aufl. 1990. ISBN 3-8001-3454-3
Richard Pott: Die Pflanzengesellschaften Deutschlands. – UTB, Ulmer-Verlag, Stuttgart, 1992. ISBN 3-8252-8067-5
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Fenchel
Veröffentlicht:
Beschreibung: Fenchel (Foeniculum vulgare) ist eine Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze. Sie ist der einzige Vertreter der Gattung innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).


Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Fenchel

Wissenschaftlicher Name
Foeniculum
Mill.


Beschreibung

Fenchel ist eine zweijährige krautige Pflanze, die bis zu 150 cm hoch werden kann. Er hat eine knollenähnliche Speicherzwiebel mit Speicherblättern und benötigt einen warmen Standort mit nährstoffreichem Boden. Die grünen Blätter können fortlaufend geerntet werden.


Systematik

Vom Echten Fenchel oder Garten-Fenchel gibt es 3 Varianten, nämlich:

Gemüse-Fenchel, Knollen- oder Zwiebelfenchel (var. azoricum)
Süßfenchel oder Gewürz-Fenchel (var. dulce)
Bitterfenchel oder Wilder Fenchel (var. vulgare)
Die Varietäten unterscheiden sich in ihrer Verwendung und in der Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe.


Inhaltsstoffe

Fenchel enthält ätherische Öle (Frucht: trans-Anethol, Fenchon, α-Pinen, Camphen, Myrcen, α- und β-Phellandren, α-Terpinen, cis-Anethol, Limonen, Terpinolen, Estragol, p-Cymol; Kraut: α-Phellandren, α-Pinen, cis-Anethol, Myristicin, α-Terpinen, Limonen; Wurzel: Dillapiol, Myrcen, α- und β-Pinen, α- und β-Phellandren, α- und β-Terpinen, Myristicin, cis-Ocimen, Fenchon, Anethol), Kieselsäure, Mineralsalze, Stärke, Vitamin A, B und C. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze (Blätter) pro 100 g Frischegewicht beträgt 247,3 mg.


Verwendung in der Küche

Weiterverarbeitet und genossen werden einerseits die Knollen (v.a. in Salaten, Gemüsegerichten und als Beilage zu gedünsteten Fischgerichten), andererseits die Samen, die mit dem Anis vergleichbar sind. Letztere werden manchmal als Gewürz in Schwarzbrot mitgebacken oder zu einem Tee aufgegossen, der beruhigend bei Magen- und Darmbeschwerden wirkt.

Fenchel gehört traditionsgemäß zu Fisch. Gegrillter Seebarsch und Rote Seebarbe werden auf getrocknetem Fenchel flambiert. Er wird Saucen und Hackfleisch beigemischt. Fein gehackte Fenchelblätter nimmt man in geringer Menge zum Würzen von Suppen, Salaten, Mayonnaisen und für die "Sauce vinaigrette". Auch in der indischen Küche sind Fenchelsamen sehr beliebt und verbreitet.

Fenchel findet darüberhinaus auch in einigen Spirituosen Verwendung. Häufig dient er dabei zur geschmacklichen Abrundung eines Getränkes, das als einen der Hauptbestandteile Anis (oder Sternanis) enthält, z.B. Absinth oder Pastis.

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Feld-Mannstreu
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) ist ein in Mitteleuropa zerstreut bis selten vorkommender Doldenblütler (Apiaceae). Er blüht im Juli und August.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Saniculoideae
Gattung: Mannstreu
Art: Feld-Mannstreu

Wissenschaftlicher Name
Eryngium campestre
L.


Erscheinungsbild

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 15 bis 60 cm, kann jedoch auch gelegentlich 1 m erreichen. Sie ist grau bis gelblich-grün gefärbt und sparrig verzweigt. Die ersten Laubblätter sind ungeteilt und von länglicher Gestalt, die späteren sind handförmig-fiederschnittig bis doppelt-fiederspaltig oder dreizählig doppelt-fiederspaltig und dornig gezähnt. Die unteren sind gestielt, die oberen stängelumfassend. Die Dolden sind zahlreich vorhanden, dicht und von halbkugeliger bis walzlicher Gestalt und besitzen zahlreiche, lineare Hochblätter. Die Blüten stehen dicht. Der Blütenstand besitzt zahlreiche Hochblätter, die aus den Dolden herausragen. Die Krone ist weiß oder graugrün gefärbt. Die Frucht ist schuppig.


Verbreitung

Standortansprüche

Eryngium campestre wächst in Magerrasen- und -weiden. Er bevorzugt trockene, mehr oder weniger kalkreiche, auch steinige, sandige, lehmige Substrate.


Allgemeine Verbreitung

Der Feld-Mannstreu kommt vom Mittelmeergebiet bis Mitteleuropa, Südengland, Mittelrussland bis Persien und Afghanistan vor. Er ist ein europäisch-kontinental-mediterran-submediterranes Florenelement. In Österreich ist er im Pannonischen Gebiet mäßig häufig, sonst selten zu finden. In der Schweiz kommt er selten vor allem im südwestlichen Teil vor. Im Naturschutzpark beim nordlothringischen Ort Montenach finden sich größere Bestände.


Verbreitung in Deutschland

Eryngium campestre kommt zerstreut bis verbreitet insbesondere im Elbe- und Rheintal (Großer Sand (Mainz)), sowie im Maingebiet vor. Sonst ist er selten. Er fehlt unter anderem in Norddeutschland, den Alpen und der bayerischen Hochebene oder ist nur vereinzelt vorhanden.


Artenschutz

Die Art ist nach BArtSchV besonders geschützt !


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
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Elsässer Haarstrang
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Elsässer Haarstrang (Peucedanum alsaticum), ist ein Doldenblütler (Apiales). Er blüht im August und September. In den Beständen blühen sehr oft nur wenige Pflanzen.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Haarstrang
Art: Elsässer Haarstrang

Wissenschaftlicher Name
Peucedanum alsaticum
L.


Erscheinungsbild

Die Art ist eine mehrjährige krautige Pflanze (Hemikryptophyt). Sie wird bis zu 1,8 m hoch und ist leicht violett bis purpurn überlaufen (U.a. die Knoten und Striemen des Stängels). Sie ist schlank und besitzt zahlreiche, spitzwinklig abgehende, relativ kurze Äste. Die Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und besitzen 3- bis 5-teilige Endfiedern. Der Zipfel ist stumpflich oder hat eine kurze Stachelspitze. Die Dolden sind relativ klein und besitzen zahlreiche Hochblätter (4-8). Diese sind aufrecht-abstehend. Die Blüten sind weißgelb. Die Frucht ist elliptisch, 3,5 - 5 mm lang und 2 - 3,5 mm breit. Die Randrippen sind etwa halb so breit wie das Fruchtgehäuse.


Verbreitung

Standortansprüche

Peucedanum alsaticum wächst in lockeren Herden oder einzeln an lichtreichen, sonnigen trockenen Stellen in warmer Klimalage, auf kalkreichen, basischen, meist skelettreichen, rohen Böden. Sie bevorzugt Staudengesellschaften, häufig an leicht ruderalen Böschungen und in älteren Weinbergsbrachen u.s.w.


Allgemeine Verbreitung

Der Elsässer Haarstrang kommt in Europa, von Frankreich und Oberitalien, Mitteleuropa bis zur Balkanhalbinsel vor. Östlich bis Mittel- und Südrussland und weiter bis zum Altai. Er ist ein submediterran-schwach-kontinentales Florenelement.


Verbreitung in Deutschland

Peucedanum alsaticum ist sehr selten und kommt nur im mittleren Rhein- und Maingebiet vor. Darüber hinaus nur noch an wenigen Stellen zu finden.Besonders in den Hohlwegen der Gemeinde Alsheim in Rheinhessen ist er noch recht häufig anzutreffen.


Artenschutz

Gefährdung in Deutschland: Kategorie 2: stark gefährdet !


Literatur

Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0  mehr...
Echter Koriander
Veröffentlicht:
Beschreibung: Der Echte Koriander (Coriandrum sativum) ist auch unter einer Vielzahl weiterer Namen wie Arabische Petersilie, Asiatische Petersilie, Chinesische Petersilie, Gartenkoriander, Gebauter Koriander, Gewürzkoriander, Indische Petersilie, Kaliander, Klanner, Schwindelkorn, Schwindelkraut, Stinkdill, Wandläusekraut, Wanzendill, Wanzenkraut oder Wanzenkümmel bekannt. Im Deutschen wird insbesondere das Korianderkraut auch mit dem aus dem Spanischen stammenden Namen Cilantro bezeichnet.

Koriander ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Der Name leitet sich ab vom griechischen coris = Wanze und vom griechischen amon = Anis. Die Blätter riechen etwas nach Wanzen, die Beeren nach Anis. Vom Koriander werden sowohl die Früchte als auch die Blätter als Gewürz verwendet (siehe auch: Gewürzpflanzen).
Die Früchte und Blätter enthalten unterschiedliche Aromen und können einander daher nicht ersetzen.


Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Koriander (Coriandrum)
Art: Echter Koriander

Wissenschaftlicher Name
Coriandrum sativum
L.


Inhaltsstoffe

Koriander enthält Ätherisches Öl (Frucht: Linalool, Geraniol, α- und β-Pinen, Limonen, Geranylacetat, α- und γ-Terpinen, Borneol; Kraut und Wurzel: Decanal, Tridecen-(2)-al), fettes Öl (Petroselinsäure, Ölsäure, Linolensäure, Palmitinsäure), Proteine, Stärke, Zucker, Pentosane, Gerbstoff, Vitamin C, Spuren organischer Säuren, Flavonoide, Furanoisocumarine (z.B. Coriandrin), Cumarine: Umbelliferon, Scopoletin, Triterpene (z.B. Coriandrindiol).


Ätherisches Korianderöl

Das ätherische Öl wird mittels Wasserdampf-Destillation aus den Samen gewonnen. Seine Inhaltsstoffe sind 70 % Monoterpenole, 10 % Monoterpene, Ketone, Ester und Kumarine.

Wegen seines warmen, aromatischen und würzigen Duftes wird er auch in der Parfumindustrie verwendet. Er dient hauptsächlich zum Abrunden und Harmonisieren der einzelnen Bestandteile.


Verwendung in der Küche

Während in Europa der Samen die größere Rolle spielt, wird in der südamerikanischen und in der asiatischen Küche sowie auch im südlichen Portugal, speziell im Alentejo und in der Algarve, vor allem das Kraut verwendet. Frisches Korianderkraut (gelegentlich auch als „Wanzenkraut“ bezeichnet) sieht ähnlich aus wie glattblättrige Petersilie, sein kräftiges, moschusartiges, zitronenähnliches Aroma gibt ihm einen unverwechselbaren Charakter. An den scharfbitteren Geschmack müssen sich viele Menschen erst gewöhnen. Die fedrigen Blätter von älteren Pflanzen werden häufig als Garnierung verwendet. Sie können auch gehackt und Saucen oder Füllungen untergemischt werden. Manchmal werden sie auch in Salaten verarbeitet oder zu Käsegerichten gereicht.

Die Samen sollten eventuell kurz angeröstet und nach Möglichkeit immer frisch gemahlen werden; sonst überwiegen die schwerflüchtigen Bitterstoffe des Korianders schnell die leichtflüchtigen Aromastoffe, und die Speisen werden bitter statt aromatisch. Gemahlene Samen werden zum Würzen von Brotteig, Kleingebäck, Kohlgerichten, Hülsenfrüchten und Kürbis verwendet. Koriander ist Bestandteil von Gewürzmischungen wie Currypulver, Currypaste und Lebkuchengewürz und wird auch zur Likörherstellung verwendet. Neben salzigen Speisen wie Fleisch, Wurst, Soße und Gemüse kann der Koriander auch zu Kompott, Marinaden und Weihnachtsgebäck verwendet werden. Koriander wird sehr oft mit Kreuzkümmel kombiniert.

Auch eine Biersorte, die Gose, wird mit Koriander versetzt.


Verwendung in der Heilkunst

Koriander findet seit der Zeit des antiken Ägypten auch Verwendung in der Pflanzenheilkunde. Die ätherischen Öle wirken appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und lindernd bei Magen- und Darmleiden. Dementsprechend ist Koriander in vielen Medikamenten gegen Magen- und Darmstörungen enthalten. In neuester Zeit gewinnt Koriander Bedeutung in der Behandlung von Umweltvergiftungen. Frisches Korianderkraut kann in Nerven und Zellen eingelagertes Quecksilber herauslösen und auf diese Weise eine Ausleitung bewirken. Aufgrund seiner Wirksamkeit sollen dabei sogar vorübergehende Vergiftungserscheinungen mit zuvor in den Zellen verborgenem Quecksilber möglich sein.

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